Das tut weh im Portemonnaie! So stark steigen die Preise für Parkplätze, Bus & Bahn in Dresden

Von Alexander Buchmann

Dresden - Wer in Dresden mobil sein will und dafür nicht auf die eigenen Beine oder das Fahrrad setzt, muss bald tiefer in die Tasche greifen.

Autofahrer werden im kommenden Jahr mehr fürs Parken blechen müssen.
Autofahrer werden im kommenden Jahr mehr fürs Parken blechen müssen.  © Norbert Neumann

Um das riesige Finanzloch der Dresdner Verkehrsbetriebe zu stopfen, werden die Parkgebühren und auch die Tickets für Bus und Bahn teurer. Was OB Dirk Hilbert (51, FDP) Ende Oktober bereits angekündigt hat, wird nun konkret.

Aus einer Vorlage von Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (43, Grüne), über die der Stadtrat wohl im Januar abstimmen wird, geht hervor, dass die Gebühren in der Zone 1 von 2,40 auf 3 Euro pro Stunde steigen sollen. In der Zone 2 steigt der Preis von 1,50 auf 1,80 Euro, in der Zone 3 von 1,20 auf 1,50 Euro.

Das Tagesticket kostet in der Innenstadt künftig 15 statt 12 Euro und in den beiden anderen Zonen 7,50 und 6 Euro.

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Die befristete Sonderregelung für Elektroautos, die während des Ladens zwei Stunden kostenfrei parken konnten, läuft zum Jahresende aus. Auch für Busse wird es teurer. Hier sollen die Gebühren in allen Zonen um 50 Prozent steigen.

Das Ende der Fahnenstange ist damit aber wohl nicht erreicht. So soll der OB beauftragt werden, alle zwei Jahre eine Evaluierung der Parkgebühren vorzunehmen. "Bei der Bestimmung der Höhe der Parkgebühren sind die Preise des ÖPNV zu berücksichtigen", sagt Kühn.

Im Klartext bedeutet das: Wird der ÖPNV teurer, werden auch die Parkgebühren weiter steigen.

Die Vorlage stammt von Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (43, Grüne).
Die Vorlage stammt von Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (43, Grüne).  © Holm Helis

Auch in Bus und Bahn wird es teurer

Dass der ÖPNV teurer wird, steht außer Frage. Der Verkehrsverbund VVO, der auch die Ticketpreise für die DVB festlegt, entscheidet am morgigen Donnerstag über die nächste Erhöhung. Dieser wird Dresden zustimmen.

Zwei Anträge, die das verhindern sollten, wurden im Stadtrat vertagt und werden deshalb erst nach der VVO-Entscheidung behandelt.

Die ab April geltende Preistabelle sieht vor, dass Einzelfahrscheine in Dresden künftig 3 statt 2,70 Euro kosten, ein Plus von 11,1 Prozent. Für die Tageskarte werden 8 statt wie bisher 6,90 Euro fällig (+15,9 Prozent).

Die Wochen- und Monatskarten werden 13,5 bzw. 13,7 Prozent teurer.

Auch der ÖPNV soll teurer werden.
Auch der ÖPNV soll teurer werden.  © Norbert Neumann

Kommentar: Teurer Stillstand

Von Hermann Tydecks

TAG24-Redakteur Hermann Tydecks.
TAG24-Redakteur Hermann Tydecks.  © Eric Münch

Das wird viele Dresdner schmerzen: Das Rathaus dreht an der Preisschraube - will die Kosten fürs Parken, aber auch fürs Bus- und Bahnfahren, erhöhen.

Moment mal, werden jetzt viele Autofahrer denken, schon wieder? Tatsächlich wurden die Gebühren erst vor einem Jahr massiv erhöht. Plötzlich musste man in vielen Vierteln anstatt 1,50 satte 2,40 Euro löhnen, wenn man mal kurz sein Auto abstellen wollte.

Nun soll der Stundenpreis sogar auf drei Euro steigen. Wer also etwa für 70 Minuten parkt, zahlt gleich mal 6 Euro. Also von Kleingeld kann man nun wirklich nicht mehr reden!

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Klar, ein Stück bringe auch ich als regelmäßiger Autofahrer dafür Verständnis auf. Immerhin soll mit den Einnahmen der ÖPNV gestärkt werden, wovon auch die Umwelt profitiert.

Doch wer Familie hat und mal in der Stadt shoppen war, der kennt die Vorzüge eines Autos, wird also kaum auf Bus oder Bahn umsatteln. Zumal ja auch diese nachhaltigeren Fortbewegungsmittel keineswegs günstig sind, auch die Preise für Fahrkarten steigen.

Nur eins relativiert den Schmerz: Bevor das Rathaus die Gebühren im letzten Jahr erhöhte, war Parken 15 Jahre lang unverändert günstig! Die nächste Erhöhung nach der Erhöhung wird aber leider sicher kein Jahrzehnt mehr dauern.

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann (2)

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