Demos in Dresden: Rechter Aufmarsch auf der Zielgeraden - Polizei verhindert Störungsversuche
Dresden - Nachdem Dresden am 13. Februar mit Musik, Begegnungen und der traditionellen Menschenkette an die Folgen von Diktatur und nationalistischer Gewaltherrschaft erinnerte, rücken am Samstag Rechtsextreme zum Jahrestag der Zerstörung der sächsischen Hauptstadt auf. Zahlreiche Menschen stellen sich ihnen in den Weg, Verkehrsteilnehmer müssen mit Einschränkungen rechnen.
Für Samstag (ab 10.30 Uhr) ruft das Bündnis "DresdenWi(e)dersetzen" Gegendemonstranten an mehreren Stellen in der Stadt zusammen. Eine zentrale Kundgebung ist ab 11 Uhr auf dem Postplatz in der Altstadt geplant.
Am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach wurde Dresden bei Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber schwer zerstört. Historiker schätzen die Zahl der Todesopfer auf bis zu 25.000.
Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen ausgenutzt, um die Schuld Deutschlands am Krieg kleinzureden. Auch diesmal haben sie einen "Trauermarsch" angekündigt und 1000 Teilnehmer angemeldet - 2025 waren es mehr als doppelt so viele.
TAG24 hält Euch im Ticker über die Demonstrationen auf dem Laufenden.
14. Februar, 16.21 Uhr: Innenminister und Polizeipräsident vor Ort
Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) und Polizeipräsident Lutz Rodig (62) sind am Bahnhof Mitte eingetroffen.
Sie wollen sich vor Ort einen Überblick verschaffen.
14. Februar, 16.11 Uhr: So lang ist der Demo-Zug
Diese Videoaufnahmen zeigen einmal die komplette Demonstration, von vorne bis hinten.
14. Februar, 15.48 Uhr: Rechte Demo auf der Zielgeraden
Trotz starken Gegenprotests am Rand wurde der rechte Trauermarsch kaum aufgehalten.
Während sich der Demo-Zug bereits auf der Zielgeraden befindet, konnte die Polizei sämtliche Blockade- und Durchbruchsversuche unterbinden.
Zurück am Startpunkt angelangt, werden die Neonazis ihr Schlussprogramm durchführen.
14. Februar, 15.34 Uhr: Auch an der Ammonstraße wartet Gegenprotest
An der Ammonstraße haben sich ebenfalls dutzende Gegendemonstranten versammelt.
14. Februar, 15.30 Uhr: Demo zieht durch Freiberger Straße
Derzeit laufen die Teilnehmer des Aufzugs durch die Freiberger Straße.
Ebenfalls vor Ort ist der lautstarke Gegenprotest.
14. Februar, 15.23 Uhr: Demo wird an Blockade vorbeigeleitet
Nach einem kurzen Stopp setzt sich die Menschenmenge wieder in Bewegung.
Die rechte Demo wird an der Blockade vorbeigeleitet.
14. Februar, 15.20 Uhr: Demo trifft auf Blockade an der Freiberger Straße
An der Freiberger Straße kommt der Trauermarsch erneut zum Stillstand.
Grund diesmal: eine angemeldete Blockade der Gegendemonstranten.
14. Februar, 15.16 Uhr: "Alerta"-Rufe, während Demo durch Hertha-Lindner-Straße zieht
Der rechte Demo-Zug zieht unter lautstarkem Gebrüll der Gegendemonstranten durch die Hertha-Lindner-Straße.
14. Februar, 15.13 Uhr: Sachsens Innenminister überwacht Demo-Geschehen
Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) beobachtet die Einsatzlage von Bildschirm aus.
Ein Beitrag auf X zeigt ihn gemeinsam mit der Inspekteurin der Polizei, Sonja Penzel.
14. Februar, 15.10 Uhr: Gegendemonstranten warten am Zwinger
Am Zwinger haben sich hunderte Gegendemonstranten versammelt, um den rechten Aufmarsch lautstark in Empfang zu nehmen.
14. Februar, 15.02 Uhr: Demonstranten in Hektik hinter Haus der Presse
Hinter dem Haus der Presse ist eine größere Gruppe Gegendemonstranten in Richtung der Neonazi-Demo unterwegs.
Die Polizei eilt herbei.
14. Februar, 15.53 Uhr: Demo kam kurz zum Stillstand
Am Haus der Presse stand die Neonazi-Demo kurzzeitig still.
Während der genaue Grund unklar ist, hat die Polizei mehrere Einsatzkräfte zusammengezogen, um ein Dutzend Gegendemonstranten aus Richtung der Haltestelle Kongresszentrum/Haus der Presse fernzuhalten.
14. Februar, 14.47 Uhr: Polizei verhindert Durchbruch am Haus der Presse
Während der Demo-Zug am Haus der Presse vorbeikommt, haben Gegendemonstranten versucht, die Absperrung zu durchbrechen.
Nach wenigen Sekunden scheiterte der Versuch kläglich.
14. Februar, 14.38 Uhr: Neonazi-Demo läuft
Der Zug hat sich soeben in Bewegung gesetzt.
14. Februar, 14.36 Uhr: Polizei macht sich bereit
Die Einsatzkräfte der Polizei machen sich bereit.
Gleich soll sich der Demo-Zug der Neonazis in Bewegung setzen.
14. Februar, 14.31 Uhr: Polizei greift am WTC durch
Am Dresdner World Trade Center hat die Polizei derzeit alle Hände voll zu tun.
Nach mehreren Durchbruchsversuchen der Gegendemonstranten ziehen die Beamten vereinzelt auch Leute aus der Menge.
14. Februar, 14.27 Uhr: Demo-Zug stellt sich auf
Die Teilnehmer des Neonazi-Aufmarschs machen sich bereit.
In wenigen Moment soll sich der Zug in Bewegung setzen.
14. Februar, 14.25 Uhr: Redner schrammt haarscharf an Holocaust-Relativierung vorbei
Nach Lutz Giesen kam Redner Sven Skoda auf die Bühne.
Seine Rede war dabei nur haarscharf an einer Relativierung des Holocaust vorbei: "Wenn ihr an den Zahlen festhalten wollt, wenn das euer einziges Argument ist: Bitte, dann tragt das vor euch her. Aber wenn ihr ein Interesse an Ehrlichkeit habt, an Menschlichkeit, dann betrachtet auch die Zahlen rund um Dresden mit einem offenen Auge.
14. Februar, 14.14 Uhr: Giesen eröffnet Kundgebung
Mit Beschimpfungen der Gegendemonstranten hat Organisator Lutz Giesen die Kundgebung am Bahnhof Mitte eröffnet.
Auf die lautstarken Schmährufe aus den Reihen der Gegendemonstranten reagierte Giesen in seiner Rede mit: "Ach, ihr geht mir so auf den Sack." Anschließend bezeichnete er die Teilnehmer der Gegendemo als "Lodderlumpen" und erklärte die Teilnehmer des Trauermarschs zum "besseren Deutschland".
14. Februar, 13.40 Uhr: Lutz Giesen ist Vorort bei der rechten Demonstration
Lutz Giesen, Aktivist der "Freien Kameradschaftsszene", ist ebenfalls bei der rechten Demonstration vor dem Bahnhof Mitte vor Ort und hat bereits die Auflagen verkündet.
Zu sehen ist auch die Fahne der "Blauen Division", die im Zweiten Weltkrieg der Wehrmacht unterstand. Mittlerweile sind mehrere Hundert Teilnehmer bei der Demonstration eingetroffen.
14. Februar, 13.05 Uhr: Gegendemonstranten versuchen Polizeisperren zu durchbrechen
Gegendemonstranten versuchten an der Freiberger Straße und an der Ammonstraße wiederholt, Polizeisperren zu durchbrechen, so die Behörde via X.
Die Beamten sind vor Ort und ergreifen entsprechende Maßnahmen.
14. Februar, 12.49 Uhr: Teilnehmerzahl der rechten Demonstranten noch überschaubar
Am Sammelpunkt ist die Teilnehmerzahl der rechten Demonstration bislang überschaubar: Etwas mehr als 100 Demonstranten haben sich vor dem Bahnhof Mitte versammelt.
Die Polizei ist ebenfalls vor Ort und hat erste Schlagwerkzeuge sichergestellt.
14. Februar, 12.39 Uhr: Polizei nutzt Wasserwerfer zur technischen Absperrung
Im Bereich der Ostra-Allee setzt die Polizei nun Wasserwerfer als technische Absperrmaßnahme ein.
Zudem werden die Dresdner Beamten von Einsatzkräften aus Brandenburg, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie der Bundespolizei unterstützt.
14. Februar, 11.14 Uhr: Zahlreiche Menschen versammeln sich für Gegendemos
Vor dem Kulturzentrum "Scheune" auf der Alaunstraße haben sich bereits mehrere Menschen versammelt.
An einem Auto ist ein großes Laken mit der Aufschrift "Opfer Mythos Ade" angebracht. Die Polizei ist ebenfalls vor Ort.
Zudem findet eine Gegendemo am Friedrich-List-Platz sowie am Schlesischen Platz statt.
14. Februar, 10.07 Uhr: Polizei Dresden ist bereits im Einsatz
Wie die Polizeidirektion Dresden mitteilt, sind die Beamten bereits seit den Morgenstunden im Einsatz, um das Versammlungsgeschehen am heutigen Samstag zu begleiten.
Das Hauptaugenmerk des Einsatzes liegt dabei auf dem Aufzug der rechten Szene sowie dem angemeldeten Gegenprotest in der Dresdner Innenstadt. Dadurch ist mit Verkehrseinschränkungen im Stadtzentrum zu rechnen, wobei auch der Öffentliche Personennahverkehr zeitweise beeinträchtigt sein wird.
Unterstützung gibt es auch aus anderen Bundesländern.
14. Februar, 7.38 Uhr: DresdenWi(e)dersetzen ruft zu Gegendemonstrationen auf
Das Bündnis "DresdenWi(e)dersetzen" ruft Samstag ab 10.30 Uhr an mehreren Treffpunkten für Gegendemonstrationen gegen Rechtsextreme auf.
Ab 11 Uhr ist auf dem Postplatz in der Altstadt eine zentrale Kundgebung geplant.
13. Februar, 22.19 Uhr: Kirchenglocken zur Erinnerung
Am 13. Februar läuten traditionell gegen 22 Uhr alle Dresdner Kirchenglocken.
Das deutet auf den Zeitpunkt der ersten Luftangriffe am 13. Februar 1945 hin.
13. Februar, 20.43 Uhr: 5000 Menschen halten sich an den Händen
Anlässlich des 81. Jahrestages der Bombardierung Dresdens versammelten sich am Freitag knapp 5000 Menschen zu einer Menschenkette.
Wie die Stadt am Abend mitteilte, wurde die Kette von prominenten Persönlichkeiten unterstützt, darunter Polizeipräsident Lutz Rodig sowie Teammitglieder der Sportvereine HC Elbflorenz, Dresdner Eislöwen, Dresden Monarchs, Dresden Titans, DSC Volleyball und SG Dynamo Dresden.
13. Februar, 19.37 Uhr: Großer Protest gegen Mahnwache
Am Abend sind Demozüge zu einer Zwischenkundgebung am Dr.-Külz-Ring angekommen.
Diese soll direkt an der Mahnwache des Neonazis Max Schreiber (38) stattfinden. Danach geht es weiter zu einer Kundgebung des Netzwerks "Herz statt Hetze" auf dem Altmarkt.
13. Februar, 19.14 Uhr: Menschenkette - "Ich möchte ein Zeichen für Menschlichkeit setzen"
Mitten in Dresden nahmen sich wieder Tausende an den Händen und hielten inne. Warum reihten sie sich in die Menschenkette ein?
Louisa Winnig (19) war zum ersten Mal dabei. "Ich möchte ein Zeichen für Menschlichkeit setzen", sagt die Studentin.
Mehr dazu lest Ihr hier.
13. Februar, 19.08 Uhr: Demo am Dr.-Külz-Ring
Am Dr.-Külz-Ring formiert sich ein großer Gegenprotest.
Hunderte Menschen versammeln sich, um gegen eine Neonazi-Mahnwache zu demonstrieren.
13. Februar, 18.53 Uhr: Menschenmenge auf dem Weg - Pyro geworfen
Hunderte ziehen in einem Demozug über die Dresdner Augustusbrücke hin zum Altmarkt.
Die Zubringerdemo will sich mit einem weiteren Demozug auf dem Dr.-Külz-Ring vereinen. Laut Vor-Ort-Berichten wurde Pyrotechnik geworfen. Zwischenzeitlich wurde der Zug wohl aufgrund Neonazis in Höhe Residenzschloss kurzzeitig angehalten.
13. Februar, 18.10 Uhr: Zubringerdemo Neustadt in Bewegung
Die Zubringerdemo "Kein Platz für Nazis" aus der Dresdner Neustadt hat sich in Gang gesetzt.
Hunderte Menschen bewegen sich vom Alaunpark aus in Richtung Altmarkt.
13. Februar, 18 Uhr: Menschenkette in der Innenstadt
Die Menschenkette in der Dresdner Innenstadt ist mit Glockengeläut gestartet! Am Abend reichten sich zahlreiche Dresdnerinnen und Dresdner die Hände. Die Kette soll rund zehn Minuten bestehen.
Die Kette verläuft vom Theaterplatz aus über die Brühlsche Terrasse, entlang der Synagoge, der Frauenkirche, über den Altmarkt und schließlich über den Postplatz zurück zum Theaterplatz.
13. Februar, 17.54 Uhr: Versammlung im Alaunpark
Im Dresdner Alaunpark in der Neustadt haben sich einige hundert Demonstranten versammelt.
Zunächst wird Organisatorisches verlesen.
13. Februar, 17.48 Uhr: TU-Rektorin mit emotionaler Rede
Zum Abschluss des Bürgersingens hält TU Dresden Rektorin Ursula Staudinger (Versammlungsleiterin) eine hochemotionale Rede.
"Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht uns alle und wir sind heute zusammengekommen, um ein Zeichen für unsere Demokratie zu setzen", so Staudinger.
13. Februar, 17.40 Uhr: Kontrollen in der Innenstadt
Die Polizei kontrolliert die Allgemeinverfügung in der Dresdner Innenstadt.
Von Freitag, 13. Februar 2026, ab 10 Uhr, bis Samstag, 14. Februar 2026, 23 Uhr, ordnete die Stadt zur Gefahrenabwehr ein Verbot zum Mitführen bestimmter Gegenstände an.
13. Februar, 17.23 Uhr: "Sag mir wo die Blumen sind" - Hunderte bei Bürgersingen
Mit kräftigen Stimmen und klarer Botschaft startete die Auftaktkundgebung zur Menschenkette: Beim traditionellen Bürgersingen stimmen noch bis 17.45 Uhr Hunderte Dresdnerinnen und Dresdner Lieder für Frieden und Versöhnung an.
Gemeinsam mit den Philharmonischen Chören setzte die Stadt ein hörbares Zeichen gegen Gewalt und Intoleranz. "Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass wir genau hier an diesem Ort in der Mitte unserer Stadt gemeinsam Haltung zeigen", so Frauke Roth (58), Intendantin der Dresdner Philharmonie. Moderiert und geleitet wurde das Singen von Gunter Berger, Chordirektor der Dresdner Philharmonie.
Unter anderem wurde "Sag mir wo die Blumen sind" von Marlene Dietrich gesungen.
13. Februar, 15.42 Uhr: Gedenken auf dem Heidefriedhof - Trauer und Verantwortung
Auf dem Heidefriedhof in Trachau wurde der Bombardierung Dresdens in literarischer Form gedacht.
Die Reden spiegelten das Spannungsfeld des Gedenkens zwischen Trauer und historischer Verantwortung auf dem Friedhof wider.
Dresdner Stadtschreiber Alexander Estis (39) fragte etwa mit seinem Beitrag nach den unterschiedlichen Opferperspektiven: "Was ist die Sprache der Toten?", doch vielmehr fragte sich der Schweizer mit jüdisch-russischen Wurzeln: "Warum können, sollen, dürfen wir gedenken?"
13. Februar, 14.35 Uhr: Deshalb kann OB Hilbert heute nicht bei Veranstaltungen dabei sein
OB Dirk Hilbert (54, FDP) kann am Freitag nicht an den Veranstaltungen zum 13. Februar teilnehmen.
Wie das Rathaus auf Anfrage bestätigte, ist das Stadtoberhaupt kurzfristig krank geworden. An seiner Stelle übernimmt der Erste Bürgermeister Jan Donhauser (56, CDU) die Termine.
Infolge der Erkrankung kann die Eintragung der Partnerstadt-Delegation von Coventry ins Goldene Buch nicht stattfinden. Die Vertreter werden lediglich für eine Führung vom Beigeordneten Stephan Kühn (45, Grüne) im Stadtforum empfangen.
13. Februar, 13.40 Uhr: Kundgebung von Querdenker Marcus Fuchs
Gegen 13 Uhr hielt "Querdenken"-Kopf Marcus Fuchs (41) an der Frauenkirche seine Kundgebung ab.
Die Gruppe "Hope.Fight racism" sorgte für Gegenprotest.
Am Dr.-Külz-Ring hat Neonazi Max Schreiber (38) derweil seine Mahnwache aufbauen lassen.
13. Februar, 13.08 Uhr: Verfassungsschutz sieht hohe Mobilisierungs-Aktivitäten unter jungen Rechtsextremisten
Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) sieht mit Blick auf den Jahrestag der Bombardierung Dresdens hohe Mobilisierungsaktivitäten unter jungen Rechtsextremisten.
Wie es in einer Mitteilung heißt, beobachtet die Behörde den anhaltenden Trend, dass rechtsextremistische Parteien und Gruppierungen gezielt junge Leute ansprechen. In Netzwerken wie Telegram würden rechtsextremistische Akteure unter dem Schlagwort "Dresden-Gedenken" für ihre Veranstaltungen werben, bei denen sie "das Gedenken an die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg ganz im Sinne ihrer verfassungsfeindlichen Ideologie vereinnahmen", heißt es.
Weiter erklärt LfV-Präsident Dirk-Martin Christian (64): "Die Mobilisierung in den sozialen Medien für das rechtsextremistische Gedenken belegt einmal mehr die Bedeutung des Zusammenspiels von gezielten Social-Media-Aktivitäten und gemeinsamen Erlebnissen in der 'analogen Welt' für die Verjüngung der rechtsextremistischen Szene." Bereits in den vergangenen zwei Jahren hätten sich unter den Teilnehmern des alljährlichen rechtsextremistischen "Gedenkmarsches" in Dresden viele jüngere Personen befunden.
13. Februar, 10.55 Uhr: Gedenkfeier auf Nordfriedhof mit Sachsens Innenminister
Zeitgleich zur Veranstaltung auf dem Altmarkt sind Menschen auf dem Nordfriedhof zu einem stillen Gedenken zusammengekommen.
Unter den Teilnehmern waren unter anderem der Erste Bürgermeister Jan Donhauser (56, CDU) sowie Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU).
Die Veranstaltung startete mit militärischen Ehren. Im weiteren Verlauf wurde Kränze niedergelegt - unter anderem vom Landtag und der jüdischen Gemeinde.
13. Februar, 9.36 Uhr: Pfarrer mit Rede auf dem Altmarkt - "War ein Urbild des Grauens"
Mit Musik und Redebeiträgen gedachten die ersten Leute des 13. Februars und insbesondere der 6865 Menschen, die auf dem Altmarkt verbrannt wurden.
Ein paar Leute hielten dem regnerischen Wetter stand und kamen am frühen Morgen auf den zentralen Platz.
Dort hielt Albrecht Nollau, der Superintendent der Evangelisch-Lutherischen Laurentiuskirchgemeinde Dresden-Neustadt, eine Rede. Er sagte zu den damaligen Verbrennungen: "Es gibt Bilder, da kann man nicht hinschauen und auch nicht wegschauen. Für mich war das ein Urbild des Grauens und des Krieges." Der Pfarrer betonte, keinen neuen Nationalismus und eine Sortierung von Menschen haben zu wollen, auch wenn es scheint, dass diese Muster weltweit an Macht gewinnen würden.
13. Februar, 7.59 Uhr: Politiker mahnen historisch korrekte Bewertung an
Zwei sächsische Politiker haben im Vorfeld der Veranstaltungen eine historisch korrekte Bewertung der Ereignisse angemahnt.
Geschichte dürfe nicht verkürzt oder instrumentalisiert werden, sagte Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD). "Es ist unsere Verantwortung, das Verständnis für die historischen Zusammenhänge lebendig zu halten und für eine demokratische Gesellschaft und den Schutz der Menschenrechte einzutreten."
Kulturministerin Barbara Klepsch (60, CDU) sieht den 13. Februar als wichtigen Anlass, "der Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken und zugleich den Blick auf die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu richten".
13. Februar, 7.52 Uhr: Luftangriffe auf Dresden unter Experten umstritten
Die Luftangriffe der Royal Air Force und US Air Force auf Dresden am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach, bei denen rund 25.000 Menschen starben, sind hinsichtlich ihrer Notwendigkeit unter Völkerrechtlern und Historikern umstritten.
Experten sind sich jedoch einig, dass die Bombardements nicht ohne den Kontext des Kriegsverlaufs betrachtet werden können. Der von Deutschland verursachte Krieg war im Februar 1945 auch nach Dresden zurückgekehrt, heißt es immer wieder.
Titelfoto: Holm Helis
