Dresden - Rund 100 Leute sind am Freitagabend in den Fritz-Lang-Saal der Schauburg gekommen, um den Satire-Abend "Testzentrum - Long Covid Short Stories" von Christine Prayon (51) und Felicia Binger (32) zu sehen. Im Mittelpunkt standen die unangenehmen Folgen der Pandemie. Die Ironie: Die Schauburg war damals zu Corona-Zeiten selbst ein Testzentrum.
Der Abend begann mit einer szenischen Lesung aus Prayons aktuellem Buch "Abwesenheitsnotiz - Long Covid, Short Story" (2024). In dieser satirischen Schein-Autobiografie will die Kabarettistin Christine (dargestellt von Felicia Binger), die offensichtlich an einem Impfschaden leidet, ein Buch schreiben.
Ihre Lektorin Gabi (inszeniert von Christine Prayon) unterstützt das Vorhaben, hat aber bei etlichen Textpassagen etwas zu meckern. Vor allem dort, wo die Autorin über ihre Erfahrungen mit Stigmatisierung berichtet und Kritik am bestehenden System äußert.
Immer wieder markiert sie diese Stellen mit dem Begriff "Schwurbel-Alarm" - ein Wort, welches nicht nur häufig an dem Abend fiel, sondern auch für herzhafte Lacher sorgte.
Und genau das ist es, was Prayon und Binger mit ihrem Programm erreichen wollen: einen humorvollen Umgang mit einer prägenden Zeit, an die sich viele Menschen heute gar nicht mehr erinnern wollen.
Corona-Zeit bewegt Menschen noch immer
Doch an diesem Abend zeigte sich, dass die Pandemie für viele nicht vorbei ist. Prayon und Binger leiden nach eigenen Angaben selbst seit ihrer Corona-Impfung 2021 an einem Impfschaden.
Auch Grünen-Politiker und Mitglied des Sächsischen Landtags, Thomas Löser (54), nahm an der Veranstaltung teil. Langzeitfolgen von Infektion und Impfung sind für ihn wichtige Themen. Seine Tochter leidet ebenfalls an gesundheitlichen Beeinträchtigungen seit der Covid-19-Impfung.
In einer anschließenden Diskussionsrunde kamen die Besucher ins Gespräch, berichteten teils über Diskriminierungserfahrungen aufgrund von Meinungsverschiedenheiten oder Impfstatus und stellten auch mal unangenehme Fragen.
Der lange Schatten der Corona-Pandemie ist bis heute zu spüren, das hat die rund zweistündige Veranstaltung deutlich gezeigt.
Nach einer Sommerpause geht es für die beiden Schauspielerinnen weiter. In welche Städte es als Nächstes geht, wird noch bekannt gegeben.