Dresden - Brücken können mehr sein als eine Verbindung zwischen zwei Punkten: Freizeitfläche, Ort der Begegnung, Sehenswürdigkeit. Eine neue Ausstellung im Kulturpalast widmet sich diesem Thema – und greift dabei auch die Carolabrücke auf.
Seit mehr als 6000 Jahren baut der Mensch Brücken, um Flüsse oder Täler zu überwinden. An Verbesserungen von Bauweisen und Materialien wird jedoch bis heute geforscht.
Auch die Bedeutung von Brücken hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: vom Symbol des Fortschritts während der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert hin zum reinen Verkehrsbauwerk zwischen den 1930er- und 90er-Jahren.
Rückwärtsgewandt, so Kritiker, sei deshalb die Entscheidung des Stadtrates gewesen, der im vergangenen Juni mit den Stimmen der Mitte-Rechts-Fraktionen für einen vierspurigen Neubau der Carolabrücke votierte.
Eine Brücke müsse heute mehr sein als eine Stadtautobahn.
Am 18. März steht der nächste, wichtige Termin rund um die Carolabrücke an
Diese Ansicht vertritt auch das Team um TU-Massivbau-Experte Steffen Marx (56), das die Ausstellung "Brücken neu denken. Lebensraum, Stadtraum, Freiraum" im Zentrum für Baukultur Sachsen (ZfBK) zusammengestellt hat.
Der Professor hatte vor gut einem Jahr die Ermittlungen zur Einsturzursache der Carolabrücke (Spannungsrisskorrosion) geleitet.
Vier Planungsbüros erarbeiten nun die Entwürfe für den Neubau. Auch Marx ist weiterhin stark eingebunden: Über sein Ingenieurbüro MKP berät er bundesweit Kommunen, die sich Sorgen um die Standfestigkeit ihrer Brücken machen.
"Langweilig wird mir gerade nicht", sagte er im Gespräch mit TAG24.
Zudem ist der gebürtige Thüringer in die Vorbereitung der Bürgerbeteiligung eingebunden: Am 18. März sollen Dresdner mit den Planungsbüros und Vertretern der Verwaltung über den Neubau ins Gespräch kommen.