Dresden - Nach den öffentlich gewordenen Missbrauchsvorwürfen gegen den Musiker AVAION und seinem jüngsten Video-Statement hat sich auch das Stromwerk Dresden auf Instagram geäußert und seine Position kurz darauf erneut angepasst.
Zunächst hieß es auf Instagram von der Dresdner Clublocation, dass das für den 26. September 2026 geplante Konzert wie vorgesehen stattfinden solle. Wenig später ruderte der Veranstalter jedoch zurück und löschte den Beitrag.
In der Stellungnahme erklärte die Veranstaltungsstätte zunächst, man habe sich "intensiv mit der Situation auseinandergesetzt und verschiedene Perspektiven berücksichtigt" und verwies darauf, dass es zum aktuellen Zeitpunkt "keine rechtliche Verurteilung" gebe – weshalb man das Konzert stattfinden lassen wolle.
Wenige Stunden später folgte jedoch ein erneutes Statement, in dem es heißt, dass sich die "Rahmenbedingungen inzwischen erneut wesentlich verändert" haben.
Offenbar war ein Artikel des Bayerischen Rundfunks ausschlaggebend dafür, das Konzert nun doch zu canceln. Der Veranstalter schrieb: "Über diesen Bericht hatten wir bisher keine Kenntnis" und ergänzte: "Vor diesem Hintergrund und angesichts der weiterhin sehr sensiblen Gesamtsituation haben wir uns in Absprache mit Avaions Booking entschieden, die Veranstaltung vorsorglich abzusagen."
Die Ex-Freundin von AVAION hatte, nachdem bekannt wurde, dass das Stromwerk zunächst an der Veranstaltung festhält, den Beitrag des Rundfunksenders auf ihrem Instagram-Profil x.posemall geteilt, in dem angeblich eine weitere Betroffene von einem sexuellen Übergriff berichtet, nachdem der DJ sie zu einem Date eingeladen haben soll.
"Sollen die mal lieber das auf ein Plakat drucken", schrieb sie darauf schnippisch und antwortete damit auf die Nachricht einer Zuschauerin, die erzählte, dass das Stromwerk AVAION auf einem großen Plakat an der Außenfassade hängen haben soll.
Nach der Zusage für das Konzert bekam das Stromwerk viel Gegenwind
Die Entscheidung, das Konzert stattfinden zu lassen, löste ursprünglich in der Kommentarspalte des Stromwerks viel Kritik aus.
Äußerungen wie "Gerade, weil man anhand beider Statements sieht, dass beide sehr toxisch gehandelt haben, sollte man weder ihr NOCH ihm eine Bühne geben" oder "Schwache Leistung von euch" waren zu lesen.
Der Kommentarbereich wurde kurz darauf deaktiviert. Das fiel auch der Ex-Freundin des Star-DJ auf.
Auf Instagram reagierte die junge Frau in ihrer Story prompt: "Die Industrie wie sie leibt und lebt. Da haben sich ja der perfekte 'Künstler' und der perfekte Club gefunden bei der Aktion."
Nachdem der Veranstalter kurz darauf die Absage des Konzerts verkündete, äußerten viele erneut ihren Unmut: "Kann man vor einem Statement nicht (besser) recherchieren?", fragt eine Nutzerin unter dem Beitrag, ein anderer schreibt: "Was so ein kleiner Shitstorm doch alles auslösen kann..."
Bereits gekaufte Tickets werden laut Clubbetreiber erstattet, die Käufer sollen in Kürze über die Rückabwicklung informiert werden.