Wo Träume fantasiereich flüstern: Ausstellung "Stille Post" auf Schloss Burgk
Von Lilli Vostry
Freital - Zwischen zwei Gesichtern mit langen Haarzöpfen geht eine schwarze Katze in der Mitte vor tiefblauem Himmel hin und her, als würde sie eine Botschaft übermitteln. Es ist das Titelbild der Ausstellung "Stille Post" mit Malerei, Collagen und Zeichnungen von Gudrun Trendafilov (68) auf Schloss Burgk in Freital (noch bis 28. Juni).
Der Ausstellungstitel bezieht sich auf das bekannte Kinderspiel, bei dem man dem anderen ein Wort ins Ohr flüstert, der sagt es weiter, der Letzte sagt laut, was er gehört hat. Der Begriff kommt klar an oder abgewandelt, nur halb verstanden oder völlig anders.
Wie sehr können wir unseren Sinnen noch trauen in dieser lauten, schnelllebigen Gegenwart? Das fragt die Künstlerin mit ihren Bildern, die einladen zum Flüstern, Lauschen und Zuhören, damit die leisen Töne nicht verloren gehen.
Ihre Figuren begegnen einem oft mit versunkenem Blick, sie hören in sich hinein, halten Zwiesprache mit sich selbst. Ihre vieldeutige Bilderwelt ist reizvoll und spannend in der Schwebe zwischen Traum, Fantasie und Wirklichkeit in vorwiegend leuchtend warmen, erdigen und zarten Farbtönen gehalten.
Die Ausstellung versammelt eine Auswahl von rund 60 Arbeiten aus 40 Schaffensjahren von Gudrun Trendafilov, die in Dresden lebt und arbeitet und zu den herausragenden zeitgenössischen Künstlerinnen hierzulande gehört.
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Gudrun Trendafilov hatte noch keine eigene Ausstellung
Sie wurde 1958 im erzgebirgischen Bernsbach geboren und kam mit 18 Jahren nach Dresden, um an der Kunsthochschule zu studieren. Bei Professor Gerhard Kettner studierte sie Malerei und Grafik. Seit 1981 ist sie als freischaffende Künstlerin in Dresden tätig. Zu sehen sind im Schloss Burgk in Freital bekannte und frühe, noch nie gezeigte Arbeiten von ihr.
"Dies ist die erste museale Einzelausstellung von Gudrun Trendafilov in Deutschland. Bisher hatte sie lediglich Ausstellungsbeteiligungen", sagt Kristin Gäbler, Leiterin der Städtischen Sammlungen Freital im Schloss Burgk. Zu sehen sind Arbeiten von Gudrun Trendafilov aus der Städtischen Galerie Dresden, von privaten Leihgebern und aus dem Besitz der Künstlerin.
Eindrucksvoll und berührend ihre Selbstbildnisse, in denen sich Licht und Schatten mischen. "Das eigene Herz nach außen tragen", darum geht es Gudrun Trendafilov. "Ich male und zeichne, um Formen zu finden für das, was mich im Innersten umtreibt, die Liebe, Träume, Wut und Melancholie", sagt sie.
Zur Ausstellung "Stille Post" ist ein Katalog erschienen. Geöffnet: Di. bis Fr., 12 bis 16 Uhr; Sa., So. und Feiertag, 10 bis 17 Uhr.
Titelfoto: Steffen Füssel

