Dresden - Nach einer Flaute wegen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges wechseln in Dresden wieder spürbar mehr Immobilien den Eigentümer. Zudem stiegen Kaufpreise und Bodenrichtwerte im vergangenen Jahr, befeuert auch durch den Boom der Chip-Industrie im Norden.
Der Gutachterausschuss stellte am Donnerstag den aktuellen Grundstücksmarktbericht vor. Die Anzahl der Immobilientransaktionen 2025 ist mit 5080 Käufen oder Verkäufen das zweite Jahr in Folge gestiegen.
"Der Trend zeigt aktuell, dass es einen Anstieg seit 2023 gibt", sagt die Vorsitzende Klara Töpfer (60). Vom Spitzenwert aus dem Jahr 2020 mit knapp 6000 Transaktionen ist man aber ein gutes Stück entfernt.
148 Einfamilienhäuser wurden im vergangenen Jahr für durchschnittlich knapp 500.000 Euro verkauft, der Quadratmeterpreis stieg dabei um elf Prozent auf 3800 Euro an.
131 Mehrfamilienhäuser wechselten den Eigentümer für durchschnittlich 1,6 Millionen Euro, der Quadratmeterpreis stieg dabei um sechs Prozent auf 2080 Euro an.
Kaufpreise über alle Teilmärkte hinweg mit leichter Steigerung
Größter Markt ist das Wohneigentum. 2025 gab es laut Töpfer "einen großen Anstieg" beim Erstverkauf nach Neubau mit 373 Transaktionen und einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 6460 Euro.
93 Einraumwohnungen (je 27 Quadratmeter) wurden nach Umbau des a&o-Hostels an der Strehlener Straße verkauft, der Quadratmeter kostete 6750 Euro – laut Töpfer "ein total hoher Preis", wobei hier wohl viele Kleinanleger zuschlugen, um sich überhaupt Wohneigentum für unter 200.000 Euro zu sichern.
Insgesamt verzeichneten die Kaufpreise über alle Teilmärkte hinweg eine leichte Steigerung. Damit liege Dresden im bundesweiten Trend der Großstädte, so Töpfer. Auch die Bodenrichtwerte stiegen um zwei bis drei Prozent. Teuerstes Pflaster ist die Innenstadt, vorne dabei auch Blasewitz, Loschwitz und Striesen. Am günstigsten sind die Randgebiete.
Ausreißer fürs Gewerbe war der Norden, wo die Chip-Industrie siedelt. Im Airport Park (etwa 107 Hektar groß) und in dessen Umgebung stieg der Quadratmeterpreis von 210 auf 250 Euro, also um fast 20 Prozent.