Infineon plant Milliarden-Investition in Dresden

Dresden - Im Frühjahr ging Dresden noch leer aus, als Chip-Hersteller Intel den Standort für sein neues Mega-Werk verkündete. Dafür kann sich die Stadt nun über eine andere Milliardeninvestition freuen.

Etwa 1000 neue Arbeitsplätze könnten bei Infineon in Dresden entstehen.
Etwa 1000 neue Arbeitsplätze könnten bei Infineon in Dresden entstehen.  © PR/Infineon

Wie Infineon am heutigen Montag bekanntgab, soll der hiesige Standort mit einem neuen Werk erweitert werden. Investitionsvolumen: etwa fünf Milliarden Euro.

Der Aufsichtsrat habe der weiteren Planung für den Neubau eines Werks zugestimmt, teilte Vorstandschef Jochen Hanebeck (54) mit.

"Mit der geplanten Investition setzen wir unsere Strategie weiter konsequent um und verbreitern vorausschauend die Basis für unseren beschleunigten profitablen Wachstumskurs", so der Infineon-Boss.

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Für das Unternehmen wäre es die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte. Bei voller Auslastung liege das jährliche Umsatzpotenzial bei ebenfalls fünf Milliarden Euro, heißt es aus dem Unternehmen. Etwa 1000 neue Arbeitsplätze könnten entstehen.

Entsprechend groß ist die Freude in der Stadt und beim Freistaat. "Die heutige Entscheidung stimmt uns zuversichtlich und stolz zugleich. Unverkennbar ist der Mikroelektronikstandort Dresden weiter im Auftrieb", sagt OB Dirk Hilbert (51, FDP).

Neues Infineon-Werk könnte im Herbst 2026 produktionsbereit sein

Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU, r.) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (48, SPD) begrüßten die Pläne von Infineon.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU, r.) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (48, SPD) begrüßten die Pläne von Infineon.  © Kristin Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Nach der Eröffnung von Bosch 2021 und dem Spatenstich von Jenoptik 2022 entstünde nun bei Infineon die nächste Reinraumfabrik – eine der größten und modernsten überhaupt. "Vom Dresdner Norden aus wird die Welt mit den gefragten Chips versorgt", so Hilbert.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) freut die Stärkung des Wirtschaftsstandorts: "Diese fünf Milliarden sind ein Zukunftsversprechen und bedeuten für viele Menschen sehr gute Arbeitsplätze."

Auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (48, SPD) sieht den Standort Sachsen und das Silicon Saxony nachhaltig gestärkt. "Die Unabhängigkeit Europas vom asiatischen und amerikanischen Chipmarkt wird mit einer neuen Fabrik in Dresden deutlich erhöht", so Dulig.

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Damit die Fabrik gebaut wird, die laut den Planungen von Infineon "im Herbst 2026 produktionsbereit" sein könnte, ist allerdings eine "angemessene öffentliche Förderung" der EU notwendig.

Dafür sichert Dulig Unterstützung zu. "Die Staatsregierung wird sich nun gemeinsam mit der Bundesregierung dafür einsetzen, dass die für die Investition benötigte Förderung über den europäischen Chips-Act auch erfolgen kann", sagt der Minister.

Titelfoto: PR/Infineon

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