Läppische 1,65 Millionen Euro: Wer hat eigentlich den Preis fürs Lingnerschloss festgelegt?

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Dresden - Die Verkaufspläne des Lingnerschlosses treiben die Stadtgesellschaft um. Viele Dresdner fragen sich: Wie kann es sein, dass die reichen Investoren "nur" rund 1,65 Millionen Euro bieten, wenn doch der insolvente Förderverein in den Vorjahren allein über 15 Millionen Euro in die Sanierung des "Schlosses für alle" gesteckt hatte - ist das nicht ein absoluter Schnäppchenpreis?

Das Lingnerschloss sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff.
Das Lingnerschloss sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff.  © Norbert Neumann

Wichtig fürs Verständnis: Die Investoren würden für diese Summe, die zwischen Investoren und Insolvenzverwalter ausgehandelt wurde und der Bedienung der Gläubiger dient, nicht das Schloss kaufen.

Die Liegenschaft bleibt in städtischer Hand. Stattdessen würden sie das laufende Erbbaurecht übernehmen. Das läuft noch bis 2070 - also hätten die Investoren 44 Jahre lang als Schlossherren (oder Pächter/Mieter) das Sagen.

Freie Hand hätten der "Sonnenkönig von Radebeul" Oliver Kreider (60) sowie Unternehmer Thomas Bohn (58) nicht. Sie blieben laut Insolvenzverwalter an den Erbbaurechtsvertrag (dieser könnte im Zuge der Übernahme in Nuancen angepasst werden) und damit das Lingner-Vermächtnis gebunden und hätten entsprechende Verpflichtungen, etwa den baulichen Erhalt.

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Für Sanierungen würden allerdings keine Unsummen mehr fällig. "Es ist alles nutzbar", sagt Ines Eschler (67), Vorständin des 2023 in die Pleite gerutschten Fördervereins, den weiter gut 45 aktive Kräfte auch vor Ort unterstützen.

Investor Oliver Kreider (60).
Investor Oliver Kreider (60).  © picture alliance/Geisler-Fotopress
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Ines Eschler (67) ist Vorständin des 2023 in die Pleite gerutschten Fördervereins und weiterhin vor Ort aktiv.
Ines Eschler (67) ist Vorständin des 2023 in die Pleite gerutschten Fördervereins und weiterhin vor Ort aktiv.  © Petra Hornig

Noch wenige Tage bis zur Unterzeichnung des Kaufvertrags

Blick in den Festsaal - das Herzstück des Schlosses.
Blick in den Festsaal - das Herzstück des Schlosses.  © Eric Münch

Über 90 Prozent des Schlosses seien saniert, für letzte Arbeiten im Festsaal und Foyer wurde 2018 noch ein Aufwand von rund einer Million Euro geschätzt. Der jährliche Unterhalt (Strom, Heizung, Wasser, Wartungen) für Schloss und Nebengebäude koste rund 140.000 Euro.

Einnahmen durch Vermietungen und Veranstaltungen (Kinder-Kino, Konzerte, Trödelmarkt) hätten etwa die Kosten für den Aufwand gedeckt.

Für den jährlichen Pachtzins an die Stadt musste der gemeinnützige Verein zuletzt 28.600 Euro bezahlen. Dieser soll sich wohl moderat erhöhen. Macht nach TAG24-Rechnung summa summarum insgesamt gut 17.000 Euro pro Monat für die Schlossherren auf Zeit.

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"Wir haben viele Gespräche mit den Investoren geführt und haben einen guten Eindruck", sagt Eschler. "Uns wurde zugesichert, dass unser Verein gebraucht werde und wir weiter Veranstaltungen durchführen können."

Der Kaufvertrag soll Ende Juni unterzeichnet werden.

Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann, Petra Hornig, picture alliance/Geisler-Fotopress

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