Machtkampf am Elbhang: Neue Details zum Investoren-Angebot fürs Lingnerschloss

Dresden - Eine Dresdner Investorengruppe will den Millionären Oliver Kreider (60) und Thomas Bohn (58) das Erbbaurecht fürs Lingnerschloss streitig machen. Jetzt bringt sie sich mit einer eigenen Internetseite und weiteren Details in Stellung.

Erhält das gemeinnützige Bündnis mit Patrick Kolbe (45), Christoph Deutsch (58), Frank Wießner (52), Carsten Dietmann (63) und Eberhard Reißmann (83, v.l.) das Erbbaurecht?  © Ove Landgraf

Vor einem Monat veröffentlichten die möglichen Lingnerschloss-Betreiber Kreider und Bohn ihre Seite "lingner-forum.de".

Nun kontern ihre Konkurrenten: Unter "lingnerschloss.org" verspricht die Investorengruppe (bestehend aus 15 Dresdner Unternehmern) eine "bürgerschaftliche, gemeinnützige Lösung" fürs Lingnerschloss.

Das Schloss soll "ganzjährig" und "ohne saisonale Schließzeiten" offen sein. Bestehende Formate wie das Clubkino, Konzerte und Lesungen bleiben, ebenso das Gastro-Angebot.

Dresden Wirtschaft Wegen Niedrigwasser: Güterschifffahrt auf Elbe nicht möglich

Im Sommer könnte die Dachterrasse für Yoga oder Pilates genutzt werden (ähnlich dem Vorschlag von Kreider/Bohn), im Winter ein Weihnachtsmarkt ("Dresdner Winterwelten") das Schloss beleben.

Anzeige

Investoren wollen alle Zielgruppen ansprechen

Das Lingnerschloss (1850 bis 1853 erbaut) prägt das Elbhang-Panorama.  © Steffen Füssel

"Alle Räume des Schlosses sollen täglich öffnen und einer Nutzung zugeführt werden", sagt Carsten Dietmann (63, Ex-Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, zu der auch TAG24 gehört).

"Über den gesamten Tag sollen Veranstaltungen stattfinden. Wir wollen alle Zielgruppen ansprechen. Menschen verschiedener Altersgruppen, Unternehmen, Sportvereine", so Dietmann.

Firmenveranstaltungen sollen stabile Einnahmen bringen, Gewinne ausschließlich dem Schloss zugeführt werden. Prokurist Patrick Kolbe (45): "Wir bieten der Stadt an, diese Konzepte auch verbindlich zum Vertragsgegenstand zu machen und würden bei grobem Verstoß auch ein Sonderkündigungsrecht anbieten."

Dresden Wirtschaft Tourismus-Branche glaubt, es geht schon wieder los: So viel Kohle spült die Kaisermania in Dresdens Kassen

Doch dafür müsste der Stadtrat am 3. September erst einmal beschließen, das Erbbaurecht nicht an Oliver Kreider und Thomas Bohn zu vergeben.

Mehr zum Thema Dresden Wirtschaft: