DVB-Bilanz und Ausblick: Mobi-Bikes werden teurer, bald drohen Streiks

Dresden - Quo Vadis (Latein: Wohin gehst du) DVB? Die Vorstände Andreas Hemmersbach (57) und Lars Seiffert (56) zogen Bilanz und blickten aufs neue Jahr, wehrten sich gegen Kritik. Hinter den Kulissen ringen die Bosse mit dem Rathaus um weitere Kürzungen und ein neues Streckennetz ab 2027. Klar ist: Mobi-Bikes werden teurer.

Mobi-Bikes werden für Nutzer ab kommendem Jahr teurer.
Mobi-Bikes werden für Nutzer ab kommendem Jahr teurer.  © ronaldbonss.com

Die gute Nachricht der Vorstände: Auch nach dem Spar-Beschluss des Stadtrats im März sei die Welt nicht zusammengebrochen und die Nachfrage um zwei Prozent gewachsen. So wurden in 2025 rund 186,5 Millionen Fahrgäste befördert. Rund jeder zweite Dresdner nutze mindestens ein- bis zweimal pro Woche den ÖPNV.

Man sehe aber bereits, dass beim Ausdünnen des Angebots wie etwa bei der Linie 7 die Nachfrage sinke. Das dürfte sich ab kommendem Jahr verschärfen, wenn die DVB weitere zehn Millionen Euro einsparen muss, um mit dem geplanten Zuschuss der SachsenEnergie in Höhe von 80 Millionen Euro auszukommen.

Man sei in Gesprächen mit der Stadtverwaltung, prüfe Kapazitäten, Takte, ringe um Fahrzeuge und Bauprojekte, so Hemmersbach. "Ein neues Streckennetz zu stricken, ist extrem aufwendig", sagte Seiffert.

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Klar ist: Der Zuschuss für die Mobi-Welt sinke von aktuell 700.000 auf 200.000 Euro in 2027. Heißt: Für Kunden wird's dann teurer. Bereits jetzt werden die Bahnen in der Regel nur noch einmal pro Woche gewischt - seltener als früher.

Volkswirt Andreas Hemmersbach (57) ist Vorstand Mobilität.
Volkswirt Andreas Hemmersbach (57) ist Vorstand Mobilität.  © Holm Helis
Maschinenbauingenieur Lars Seiffert (56) ist Vorstand Arbeitswelt und Fahrbetrieb.
Maschinenbauingenieur Lars Seiffert (56) ist Vorstand Arbeitswelt und Fahrbetrieb.  © Thomas Türpe

Seiffert rechnet mit Streiks

Hinter den Kulissen ringen DVB- und Rathausspitze um Kürzungen und ein neues Streckennetz ab 2027.
Hinter den Kulissen ringen DVB- und Rathausspitze um Kürzungen und ein neues Streckennetz ab 2027.  © dpa/Monika Skolimowska

Um die befürchteten bis zu 144 Entlassungen komme man laut Seiffert wohl herum, habe schon seit Sommer 2024 keine neuen Kräfte mehr eingestellt, intern umgeschichtet und verzeichne im laufenden Jahr noch Rentenabgänge, darunter 50 Fahrer.

Sorgen bereiten der DVB-Spitze die Gewerkschaften, die schon Verhandlungen vorbereiten, etwa eine 35-Stunden-Woche fordern (aktuell 38 Stunden).

"Ich weiß nicht wann, aber rechne fest mit Streiks", so Seiffert.

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Zur öffentlich gewordenen Kritik, es fehle der DVB-Leitungsebene an technischem Sachverstand, konterte er: Mit Hemmersbach als Volkswirt und Seiffert als Maschinenbauingenieur sei man "gut aufgestellt".

Titelfoto: Bildmontage: ronaldbonss.com, Holm Helis

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