Große Pläne für Bus und Bahn: Von Ampelschaltung bis Campuslinie

Dresden - Dresden will bis 2035 klimaneutral sein. Der Schlüssel dafür ist der ÖPNV, dessen Anteil am Stadtverkehr das Rathaus auf 30 Prozent steigern will (2018: 18 Prozent). Die Umsetzung der dafür nötigen Projekte ist allerdings eine Herausforderung.

Bis Ende des Jahres sollen 30 neue Stadtbahnen durch Dresden fahren.
Bis Ende des Jahres sollen 30 neue Stadtbahnen durch Dresden fahren.  © Roland Halkasch

"Nie waren die Erwartungen an den ÖPNV größer und die Rahmenbedingungen schwieriger", sagt Bau- und Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (43, Grüne). Die gestiegenen Energie- und Baukosten machen es schwierig, Projekte zu finanzieren. Deshalb musste bereits Geld aus dem Haushalt zugeschossen werden.

"Ab 2024 wird die Luft aber dünn", so Kühn. Dennoch wurde 2022 viel geschafft (rund 85 Millionen Euro flossen in Fahrzeuge und Infrastruktur) und auch für 2023 haben sich DVB und Rathaus einiges vorgenommen.

In diesem Jahr kommt die Verlängerung der Linie 13 nach Kaditz, die nach den Sommerferien durchgängig fahren soll. Die Linien 6, 10/12, 64 und 80 sollen mit Maßnahmen von Parkverboten bis zur Optimierung von Ampelschaltungen beschleunigt werden.

Nächtlicher Einsatz: Neue Bahn für die DVB ist angekommen
DVB - Dresdner Verkehrsbetriebe Nächtlicher Einsatz: Neue Bahn für die DVB ist angekommen

Die DVB kehren ab April zum verstärkten Nachtverkehr am Wochenende zurück und wollen den Bestand an Leih-Fahrrädern von 1300 auf 1600 aufstocken, kündigt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (54) an. Die Bauarbeiten an der Eisenbahnunterführung am Bahnhof Neustadt sollen bis Juli abgeschlossen werden.

Die "Großinvestition der Dekade", wie Kühn das Projekt nennt, ist aber die neue "Campuslinie" von der Nossener Brücke bis zum TU-Campus am Nürnberger Platz. Während auf die Baugenehmigung gewartet wird, werden in diesem Jahr die Umleitungsstrecken ausgebaut.

DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (54).
DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (54).  © Norbert Neumann
Bau- und Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (43, Grüne) will den ÖPNV modernisieren.
Bau- und Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (43, Grüne) will den ÖPNV modernisieren.  © Norbert Neumann
Die Baustelle Hansastraße wird dieses Jahr abgeschlossen. Dabei werden unter der Unterführung am Bahnhof zu Testzwecken verschiedene aufgehellte Asphalte verbaut.
Die Baustelle Hansastraße wird dieses Jahr abgeschlossen. Dabei werden unter der Unterführung am Bahnhof zu Testzwecken verschiedene aufgehellte Asphalte verbaut.  © Steffen Füssel

Dissidenten für Lastenräder zum Leihen von den DVB

Dissidenten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (52, Piraten) will, dass die DVB auch Lastenräder verleihen.
Dissidenten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (52, Piraten) will, dass die DVB auch Lastenräder verleihen.  © Dissidenten-Fraktion

Die Dresdner Verkehrsbetriebe sollen zum zentralen Mobilitätsdienstleister in Dresden werden. Dieses Ziel hat der Stadtrat ausgegeben und es wird mit dem Angebot, das neben Bus und Bahn auch Leihautos und -fahrräder umfasst, bereits umgesetzt.

Für die Dissidenten-Fraktion im Stadtrat braucht es jedoch auch Leih-Lastenräder. Deshalb fordern sie nun ein Pilotprojekt, in dem die DVB auch diese anbieten.

"Lastenfahrräder sind für viele Anwendungen eine ideale Alternative zum motorisierten Kraftverkehr, um mittlere bis größere Lasten im städtischen Raum zu transportieren", sagt der derzeitige Chef-Dissident Martin Schulte-Wissermann (52, Piraten).

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DVB - Dresdner Verkehrsbetriebe Erster Blick ins neue Kundenzentrum: So wollen DVB die Warteschlange bändigen

Aktuell würden jedoch nur wenige Haushalte privat ein Lastenrad besitzen und für die Anmietung gebe es ebenfalls nur wenige Angebote. Mit dem Pilotprojekt soll das geändert werden. An dem soll auch der Einzelhandel mitwirken.

Für die Dissidenten sind Lastenräder eine Alternative zum Auto.
Für die Dissidenten sind Lastenräder eine Alternative zum Auto.  © IMAGO/Michael Gstettenbauer​

"Das ist uns besonders wichtig. Ein funktionierender Lastenradverleih wird die Unternehmen vor Ort gegenüber dem Onlinehandel stärken", so Schulte-Wissermann. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Titelfoto: Roland Halkasch

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