Wartehäuschen weg! DVB lassen Fahrgäste im Regen stehen
Dresden - Die kultigen DDR-Wartehäuschen aus Beton verschwinden aus dem Stadtbild. Die DVB haben angekündigt, sie nach und nach abzureißen - so geschehen in Omsewitz. Jetzt sind Fahrgäste beim Warten auf den Bus Wind und Wetter ausgesetzt.
An der Endhaltestelle der Linie 80 warteten Passagiere bis vor rund zwei Monaten in einem massiven Unterstand aus Beton. Etwa 60 Jahre war das Wartehäuschen alt, das Anwohner liebevoll bemalt und gepflegt hatten. Dann kam der Abrissbagger.
"Das Häuschen war noch völlig intakt. Jetzt warten wir bei schlechtem Wetter im Regen auf den Bus", ärgert sich Anwohner Siegfried Mutscher (74). In den letzten Jahren sind bereits 23 Beton-Unterstände verschwunden, inzwischen gibt es nur noch zehn.
"Deren Optik entspricht längst nicht mehr heutigen Anforderungen", erklärt DVB-Sprecher Christian Schmidt (48). Viele seien "regelmäßig verunreinigt, als Toilettenersatz verwendet oder anderweitig zweckentfremdet" worden.
Zudem hätten Fahrgäste über ein schlechtes Sicherheitsgefühl geklagt. "Aus diesem Grund nutzen wir die alten Betonhäuschen nur noch so lange, wie es Zustand und Statik erlauben. Danach werden sie abgerissen."
Team Zastrow fordert unverzüglichen Abriss-Stopp
So wie in Omsewitz - laut Schmidt folgen bis Jahresende weitere vier Häuschen. Das Problem: Es gibt wohl nicht überall einen Ersatz.
Dafür müsste etwa das Häuschen in Omsewitz erst in den städtischen Wartehäuschen-Konzessionsvertrag aufgenommen werden, meint das Rathaus auf TAG24-Anfrage.
Stadtrat Steffen Große (58, Team Zastrow) befürchtet Verschwendung von Steuergeldern. "Wir fordern, den Abriss weiterer Haltestellen unverzüglich zu stoppen", sagt er.
In Omsewitz würde ein neuer Unterstand mit rund 24.000 Euro zu Buche schlagen, dazu kommen die Abrisskosten.
Titelfoto: Montage: privat, Eric Münch

