Flammen gelöscht! Meisterleistung der Feuerwehr in der Sächsischen Schweiz

Bad Schandau - Als sich Ende Juli in der Böhmischen Schweiz in Tschechien eine Feuerkatastrophe anbahnte, ahnte wohl niemand, welches Ausmaß sie in der Folge auch in Sachsen nehmen wird.

Am 25. Juli erreichte der Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz auch auf deutscher Seite den Nationalpark Sächsische Schweiz.
Am 25. Juli erreichte der Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz auch auf deutscher Seite den Nationalpark Sächsische Schweiz.  © Robert Michael/dpa

Inzwischen sind die Waldbrände in den Nationalparks auf beiden Seiten gelöscht. Auf Facebook teilte die Freiwillige Feuerwehr Bad Schandau mit: "Feuer aus!" Der Weg dahin: ein Kraftakt für die deutschen und tschechischen Kameraden!

"Nach nun vier ganzen Wochen haben wir den Waldbrand in der Hinteren Sächsischen Schweiz fast komplett gelöscht. Vor vier Wochen hätten wir niemals gedacht, dass dieser Waldbrand ein solches Ausmaß annimmt", hieß es in der Stellungnahme weiter.

Nach dem ersten Alarm seien die Feuerwehren noch von einer Erkundung auf dem Winterberg in der Sächsischen Schweiz ausgegangen. "Dort stellte sich schnell heraus, dass das Feuer bereits über die Landesgrenze getreten war." Die Lage spitzte sich zunehmend zu!

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Starker Wind und hohe Temperaturen führten dazu, dass sich die Feuerwehrleute zunächst zurückziehen mussten. Am Abend des 25. Juli wurde schließlich der Katastrophenvoralarm für die Gemeinde Bad Schandau ausgerufen, der am Folgetag zum Katastrophenalarm hochgestuft wurde.

"Was dann in diesen vier Wochen geschehen ist, lässt sich kaum in Worte fassen", beschreiben die Brandbekämpfer ihre Zeit im Einsatz.

Zeitweise mehr als 1000 Feuerwehrleute gleichzeitig im Einsatz

Fabian Tscharntke von der Freiwilligen Feuerwehr Crosta war im Kerngebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz am Großen Winterberg im Einsatz.
Fabian Tscharntke von der Freiwilligen Feuerwehr Crosta war im Kerngebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz am Großen Winterberg im Einsatz.  © Sebastian Kahnert/dpa

Zahlen zu den geleisteten Anstrengungen der Feuerwehren liegen inzwischen auch vor. Danach wurden circa 80 Kilometer Schlauch verlegt, 67.000 Portionen Essen ausgeliefert.

Enorme Leistung: Zu Spitzenzeiten waren täglich über eintausend Einsatzkräfte vor Ort!

Darüber hinaus waren auch 15 Löschhubschrauber sowie zwei Erkundungshubschrauber im Einsatz. Mehr als 30 Wasserpumpen liefen gleichzeitig.

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Aufgrund der schwierigen Geländelage mussten teilweise auch mehrere Kilometer bis zur Brandstelle zu Fuß zurückgelegt werden.

"Es gleicht einer feuerwehrtechnischen Meisterleistung, was hier vollbracht wurde", fasst die Feuerwehr zusammen.

Und weiter: "Im Hintergrund der Löscharbeiten musste alles perfekt laufen. Es musste Essen gekocht werden, es musste Kraftstoff organisiert werden. Schläuche aus ganz Deutschland wurden zu uns gebracht."

Unterstützung vom THW, von Ehefrauen und vielen Freiwilligen

Ein Feuerwehrmann erfrischt sich in einer kurzen Pause an einem Löschwasser-Bassin bei Schmilka.
Ein Feuerwehrmann erfrischt sich in einer kurzen Pause an einem Löschwasser-Bassin bei Schmilka.  © Sebastian Kahnert/dpa

Unterstützung kam auch vom Technischen Hilfswerk (THW), das vor Ort eine Werkstatt installierte, um schnell Pumpen und Fahrzeuge zu reparieren. Und "unsere Frauen und freiwilligen Helfer kümmerten sich um eine stets gefüllte Snackbar und hielten das Gerätehaus in Schuss".

"Unbeschreiblich" nannten die Kameraden auch die Spendenbereitschaft der Menschen. "Deshalb bedanken wir uns herzlichst bei allen Spendern. Jede Flasche, jeder Riegel und jedes Blasenpflaster hat gezählt. Die riesige Menge an Spenden hielt die Moral der Einsatzkräfte weit oben, denn sie wussten, dass an sie gedacht wird!"

An sie alle geht ein Dank der Feuerwehr der Stadt Bad Schandau, die die Leistung aller Einsatzkräfte für die erbrachte Leistung honorierte und "allen Partnern fürs Warten zu Hause", "allen Kindern fürs Spielen ohne Mama oder Papa" und "allen Arbeitgebern für die Freistellung der Angestellten" dankte.

Auch die Kollegen auf der anderen Seite der Grenze wurden nicht vergessen: "Ebenso möchten wir unseren tschechischen Kameraden danken, für die gute Zusammenarbeit. Sie haben ebenfalls höchste Anerkennung verdient! Es war eine emotionale Achterbahnfahrt!"

Sebastian Funk von der Freiwilligen Feuerwehr Gruppersdorf pausiert im Kerngebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz.
Sebastian Funk von der Freiwilligen Feuerwehr Gruppersdorf pausiert im Kerngebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz.  © Sebastian Kahnert/dpa
Blick auf ein Lager der Feuerwehr inmitten der Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Blick auf ein Lager der Feuerwehr inmitten der Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz.  © Robert Michael/dpa
Feuerwehrleute arbeiten am Elbufer in Schmilka an der Löschwasserversorgung im Kampf gegen die Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Feuerwehrleute arbeiten am Elbufer in Schmilka an der Löschwasserversorgung im Kampf gegen die Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz.  © Robert Michael/dpa
Neben der Feuerwehr war auch die Bundespolizei mit Hubschraubern im Einsatz.
Neben der Feuerwehr war auch die Bundespolizei mit Hubschraubern im Einsatz.  © Robert Michael/dpa

Kleinere Glutnester glimmen noch

Hilfreich war nach fast vier Wochen im Einsatz auch der langersehnte Regen. "Aber nicht nur der Regen, sondern auch die gigantische Leistung aller Beteiligten, führte zu diesem Erfolg." (Rechtschreibung angepasst)

Ganz zu Ende ist die Arbeit für die Feuerwehrleute aber noch nicht. Nun müssen noch vereinzelt kleine Glutnester gefunden und abgelöscht werden.

Titelfoto: Montage: Christian Essler/xcitePRESS/dpa, Robert Michael/dpa, Sebastian Kahnert/dpa

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