"Jazz erst recht!": Demo ersetzt abgesagte Dixieland-Parade

Von Jörg Schurig

Dresden - Demo statt Parade: Dresdner Jazzfans machen aus der Not eine Tugend und ersetzen die abgesagte Abschlussparade des Dixieland Festivals am Sonntag durch eine Versammlung am Terrassenufer – zur selben Stunde, am selben Ort und mit Bands, die zum Festival angereist sind. 

Die abgesagte Dixieland-Parade sorgte für reichlich Unmut. (Archivfoto)  © imago/Max Stein

Die Organisatoren hatten die Straßenparade abgesagt, weil Auflagen der Stadtverwaltung ihrer Ansicht nach zu spät kamen und nicht mehr umgesetzt werden konnten. "Parade abgesagt! Jazz erst recht!" lautet nun die Losung. 

Dresden nimmt für sich in Anspruch, das älteste und größte Festival für Traditional Jazz auszurichten und bezeichnet sich deshalb selbstbewusst als "Welthauptstadt des Dixieland". Zur 54. Ausgabe sind 44 Bands und Solisten aus acht Ländern angereist. Geplant sind 275 Stunden Livemusik auf 58 Bühnen.

Das Festival rechnet mit bis zu 300.000 Besuchern. Mehrere Konzerte finden unter freiem Himmel bei freiem Eintritt statt. Wegen kühler Temperaturen, Wind und Regen ist in den kommenden Tagen allerdings wetterfeste Kleidung gefragt.

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Am Mittwochabend soll mit der "Riverboat Shuffle" auf der Elbe ein Höhepunkt des Festivals stattfinden. Historische Raddampfer und weitere Schiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt legen dabei als Dixie-Flotte am Terrassenufer ab.

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Statt der Parade rufen die Veranstalter am Sonntag zu einer Versammlung am Terrassenufer auf.  © picture alliance/dpa

Dixieland Festival will Tradition bewahren

Ebenfalls für Mittwoch steht im Rundkino das "Dixieland-ABC" für Kinder auf dem Programm. Am Donnerstag beginnt die kostenlose Jazzmeile, auf der Bands an vielen Stellen der Innenstadt aufspielen. 

"Dresden und dieses Festival sind seit 54 Jahren ein Versprechen aneinander. Das verpflichtet, und das treibt uns an", betonte Festivalsprecher Hendrik Meyer. Das Festival wolle seine Tradition bewahren.

"Aber wir hören nicht auf, neugierig zu sein: auf Bands wie die Mama Shakers, die zeigen, dass dieser Musik die Zukunft noch bevorsteht, und auf neue Formate wie die Prohibitionsparty, in der junge Bands und Künstler die Blütezeit unserer Musik nicht rekonstruieren, sondern neu zum Leben erwecken", so Meyer.

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