Neuer Ausländer-Chef fordert fünf Vollzeitstellen
Dresden - Balázs Ivanics (35) ist der neue Chef des Ausländerbeirats. Der Ungar fordert schnellere Einbürgerungen, kostenlose Deutschkurse und mehr Budget. Bislang fristet sein Gremium ein Schattendasein.
Der 1999 gegründete Beirat (20 Mitglieder) wird von Ausländern gewählt und kann zu allen Stadtbeschlüssen Stellung nehmen, die Migranten betreffen.
Zuletzt hatte die Ukrainerin Natalija Bock (50) den Vorsitz inne - seit Ende März ist Ivanics im Amt, der seit 2017 in Dresden lebt und hier ein Geotechnik-Büro betreibt.
"Der Ausländerbeirat soll bekannter werden", sagt er. Bei der letzten Wahl 2024 lag die Wahlbeteiligung bei gerade einmal 14 Prozent. Viele Ausländer wissen nicht, dass er überhaupt existiert.
"Die Leute sollen uns aber kennen und sich bei Problemen an uns wenden."
Deshalb will er bei Veranstaltungen Präsenz zeigen, auch eigene Projekte auf die Beine stellen.
Kann Dresden die Forderungen des Ausländerbeirats-Chef erfüllen?
Doch Mittel dafür sind knapp. "Mit der Haushaltssperre liegt unser Budget dieses Jahr bei 2500 Euro. Wir würden uns natürlich mehr Geld wünschen."
Nicht das einzige kostspielige Anliegen des Beirats. Denn eine zentrale Forderung von Ivanics und seinen Mitstreitern sind zügige - statt jahrelanger - Einbürgerungsverfahren. Dafür fordern sie fünf extra Vollzeitstellen in der Ausländerbehörde.
"Meine eigene Einbürgerung habe ich abgebrochen, weil es zu lange gedauert hat", sagt der Beirats-Chef. Außerdem auf seiner Agenda sind freiwillige Integrationskurse, deren Förderung vom Bund eingeschränkt wurde.
"Dabei sollten so viele Migranten wie möglich Deutsch lernen. Die Stadt sollte finanziell einspringen", meint Ivanics.
Ob seine Forderungen angesichts der Haushaltslage realistisch sind? Da ist er selbst skeptisch ...
Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig, picture alliance/dpa

