Kritik an Sachsens Bischof: Er hat wochenlang im Luxus-Hotel geschlafen

Dresden - Wenn es einmal dicke kommt, dann richtig: Sachsens katholischer Oberhirte muss sich zu gleich zwei heiklen Angelegenheiten Fragen gefallen lassen. Es geht um eine längere Hotelübernachtung und eine geschlossene Buchhandlung.

Bischof Heinrich Timmerevers (68) muss sich derzeit viel Kritik anhören.
Bischof Heinrich Timmerevers (68) muss sich derzeit viel Kritik anhören.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Eigentlich hat das Bistum Dresden-Meißen viele Gästezimmer und Unterkünfte für Pilger, Erschöpfte und Ferienreisende.

Da ist zum Beispiel das Exerzitienhaus "Haus Hoheneichen" am Elbhang in Dresden-Pillnitz. Oder das Kloster samt Gästehaus in Dresden-Goppeln. Auch das Anwesen vom Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz bei Bautzen bietet Platz.

Stattdessen aber schlief Bischof Heinrich Timmerevers (68) 2020 wochenlang auf Kosten der Kirche im Luxus-Hotel. Grund: Sein erst 21 Jahre altes "Haus der Kathedrale" wurde aufwendig saniert.

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"Hierfür wurden ihm zwei aneinandergrenzende Zimmer im Hyperion-Hotel überlassen, die in räumlicher Nähe zu Büro-, Sitzungs- und Veranstaltungsräumen des 'Hauses der Kathedrale' lagen", begründet das Bistum den Gang ins Hotel (50 Meter vom Dienstsitz entfernt) vom 23. März bis zum 29. Juni.

Das Bistum hatte die Räumlichkeiten für den Bischof zum Preis von 89 Euro pro Nacht gemietet.

Bistum soll Schuld an Schließung der St.Benno-Buchhandlung sein

Das Hotel Hyperion am Schloss zählt zu Dresdens nobelsten Adressen.
Das Hotel Hyperion am Schloss zählt zu Dresdens nobelsten Adressen.  © Ove Landgraf

"Frühstück, sonstige Mahlzeiten oder anderweitige Hotelfunktionalitäten waren nicht Bestandteil der Kostenübernahme durch das Bistum", so ein Sprecher des Bischofs weiter. Andere Quartiere seien zu weit weg gewesen.

Richtig Feuer bekommt der Hirte außerdem wegen der geschlossenen St.-Benno-Buchhandlung im "Haus der Kathedrale".

Rund 200 Intellektuelle aus ganz Sachsen werfen Timmerevers vor, dass das Bistum den beliebten Anlaufpunkt in Gestalt von Chefverwalter Andreas Kutschke (47) durch zu hohe Mietforderungen und auch Missgunst vergrault hat und er, Timmerevers, vorgeblich zugesehen hat.

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Dazu das Bistum: "Wir nehmen die vorgetragene Kritik sehr ernst. Bischof Timmerevers und Generalvikar Kutschke wollen sich der Diskussion dazu stellen und haben die Hauptunterzeichner des Schreibens zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen."

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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