Dresden - Der Dresdner Promi-Gastronom Luigi Murolo (75, "Ausonia") sorgte in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen. Das Landgericht verurteilte den Italiener wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft - ausgesetzt auf Bewährung. Murolo hatte mit einem illegalen Kassensystem zwischen 2018 und 2020 am Finanzamt vorbei gewirtschaftet. Der Schaden wurde auf rund 850.000 Euro geschätzt.
Luigi Murolo gab den Betrug zu. Exklusiv sagt er TAG24, wie es ihm mit dem Urteil geht: "Ich denke, meine Steuerschuld ist geringer. Aber das ist nicht das Wichtigste. Ich verstehe, dass ich eine Strafe verdient habe. Aber ich kann kein Gewerbe mehr ausüben, und das empfinde ich als doppelte Bestrafung", sagt Murolo tief bewegt.
Er sieht sein Lebenswerk zerstört. "Ich lebe seit 1963 in Deutschland, in Spitzenzeiten hatte ich in Baden-Württemberg elf Lokale. Ich wurde in 50 Jahren mehrfach kontrolliert, immer war alles okay. Ich habe einen Fehler gemacht - und jetzt alles ist weg." Luigi hat nach eigener Aussage nichts mehr.
"Mein Vermögen wurde nach der Razzia eingezogen, alle Konten gepfändet. Ich lebe heute bei meiner Lebensgefährtin von 513 Euro Rente." Als geringfügig Beschäftigter verdient sich der Gastwirt in seinen ehemals eigenen Lokalen etwas dazu.
Luigi Murol: "Eigentlich müsste ich Privatinsolvenz anmelden, aber ..."
Um den Betrieb und die Beschäftigung von rund 25 Mitarbeitern in seinen zwei "Ausonia"-Lokalen (Neumarkt, Königstraße) sowie in seiner Burrata-Manufaktur aufrechtzuerhalten, hat Murolo seine Läden an die Unternehmergesellschaft seiner Lebensgefährtin verpachtet.
"Die Pachteinnahmen werden aber sofort - bis auf meine Krankenversicherung - vom Finanzamt gepfändet", so Murolo. "Ich selbst war und bin durch die Kontensperrung handlungsunfähig."
Die Zukunft des "Ausonia" am Neumarkt ist ungewiss, den Mitarbeitern wurde bereits gekündigt. Luigi hofft auf das Überleben der Geschäfte in der Königstraße.
"Eigentlich müsste ich Privatinsolvenz anmelden, aber dazu bin ich zu stolz ..."