Behutsame Pflege gleicht eher einer Streicheleinheit: So zärtlich werden die "Alten Meister" geputzt

Dresden - Staubwedel statt Besuchertrubel. Mit Pinseln, Spezialstaubsaugern und viel Fingerspitzengefühl läuft in der Gemäldegalerie Alte Meister gerade der große Frühjahrsputz. Von Raffaels "Sixtinischer Madonna" bis zur "Schlummernden Venus" von Giorgione bekommen die alten Meisterwerke jetzt eine besonders behutsame Pflege.

Ein paar technische Hilfsmittel gibt es, aber vor allem ist es viel Handarbeit.  © Thomas Türpe

Während draußen Touristen am Dresdner Zwinger vorbeispazieren, herrscht in der Gemäldegalerie Alte Meister Hochbetrieb. Zwei Wochen lang bleiben die Türen der berühmten Sammlung geschlossen. So können Restauratoren die Kunstwerke und das Haus reinigen, prüfen und pflegen.

"Wir gehen Saal für Saal vor und müssen auf viele Dinge Rücksicht nehmen", erklärt Gemälderestaurator Christoph Schölzel (63). Insgesamt zwölf Mitarbeiter sind im Einsatz. Mit vier Leuten dauert die Reinigung eines Raumes oft einen halben Tag - je nachdem, wie viele Werke dort hängen.

Besonders vorsichtig müssen die Experten bei den empfindlichen Bildflächen sein. "Da braucht es viel Fingerspitzengefühl", sagt Schölzel. Schließlich sind viele Werke mehrere Jahrhunderte alt.

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Die größte Gefahr? Kleine Schäden, die leicht übersehen werden. "Es gibt immer wieder Fassungsverluste oder kleine Hebungen." Deshalb gilt für ihn: "Konservieren vor Restaurieren!" Die historische Substanz soll möglichst erhalten bleiben.

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Für Restaurator Christoph Schölzel (63) ist es ein großes Privileg, die Bilder zu pflegen.  © Thomas Türpe
Sarah Kunoold (21) kümmerte sich um die "Schlummernde Venus" von Giorgione.  © Thomas Türpe
Charlotte Köster (22), Studentin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, hilft bei den Alten Meistern.  © Thomas Türpe
Das Team arbeitet sich durch die Säle. Auch Raffaels "Sixtinische Madonna" wird noch unter die Lupe genommen.  © Thomas Türpe

Neben Gemälden werden auch Skulpturen gereinigt

Seit über 30 Jahren arbeitet Schölzel mit den "Alten Meistern" - und ist noch immer fasziniert. "Wir dürfen als Einzige so nah ran. Das ist ein großes Privileg." Besonders beeindruckt ihn, wie gut manche Bilder die Jahrhunderte überstanden haben: "Dass sich ein Gemälde 500 Jahre so erhält, ist sagenhaft. Man schaut in ein Fenster der Geschichte."

Neben den Gemälden werden auch Skulpturen gereinigt, Wände gestrichen sowie Lampen und weitere Bereiche des Gebäudes überprüft. Bis 20. März bleibt die Galerie noch geschlossen.

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