"Die Olsenbande wechselt die Windeln": Mächtig gewaltiger Bank-Einbruch in Dresden

Dresden - Der Dauerbrenner "Die Olsenbande dreht durch" war über Jahre hinweg der Publikumshit im Boulevardtheater Dresden. Jetzt geht es heiter weiter mit den liebenswerten Kleinganoven: Im neuen Stück "Die Olsenbande wechselt die Windeln" dreht sich zwar alles ums Thema Familie, doch das chronisch erfolglose Gauner-Trio lässt es bei vermasselten Coups auch "mächtig gewaltig" krachen. Ein großer Spaß, bei der Uraufführung am Sonntag stürmisch gefeiert.

Machen als Olsenbande das Boulevardtheater unsicher (v.l.): Daniel Tille (Benny), Berit Möller (Yvonne), Michael Kuhn (Kjeld) und Volker Zack (Egon).
Machen als Olsenbande das Boulevardtheater unsicher (v.l.): Daniel Tille (Benny), Berit Möller (Yvonne), Michael Kuhn (Kjeld) und Volker Zack (Egon).  © Robert Jentzsch

Als Egon Olsen (missgelaunt und herrlich stoisch: Volker Zack) mal wieder aus dem Knast kommt, ist etwas anders: Kjeld und Yvonne haben inzwischen ein Baby, den kleinen Børge, um den sich auch Freund Benny kümmert.

So muss Egon sich anstrengen, die Kumpanen von seinem neuesten Plan zu überzeugen. Dass Kjeld jedoch das Baby zum Bankeinbruch mitnimmt, erweist sich als schlechte Idee - und Egon fährt gleich wieder ein.

16 Jahre später kehrt er zurück: Kjeld und Benny haben mit ehrlicher Arbeit nichts auf die Reihe gekriegt, und Børge (Leopold Peter) ist inzwischen ein Teenager-Schlaks.

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Seine ebenso liebenswert-ungeschickte wie schwangere Freundin Laerke (Lena Heimannsberg) ist ausgerechnet die Tochter von Egons Erzfeind Bang Johansen (Guido Fuchs).

Das führt naturgemäß zu heiklen Verwicklungen, die sich im buchstäblich explosiven Goldraub-Finale verblüffend auflösen.

Rasante Handlung mit Gags in Hülle und Fülle

Beim Bank-Einbruch sind starke Nerven gefragt.
Beim Bank-Einbruch sind starke Nerven gefragt.  © Robert Jentzsch

Volker Zack schrieb das Stück mit Thomas Kaufmann, der auch Regie führt und mit burlesker Lust den dauerbeschwipsten Dynamit-Harry spielt, der zwar zum Scherzartikelverkäufer heruntergekommen ist, sich beim Abfeuern von allerlei Pyrotechnik trotzdem nicht lumpen lässt.

Die Handlung ist rasant, es gibt Gags in Hülle und Fülle, die zwischen derbem Schwank, gut getimten Screwball-Dialogen, grobem Klamauk, sehr lustigem Körper-Slapstick und spritziger Situationskomik pendeln.

Da wird jeder Humor-Geschmack bedient.

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Aufwendige Animationsvideos von Florian Wolf verbinden die Szenen zwischen 70er-Jahre-Wohnzimmer, einer Bank und einem alten Bunker, die opulent gestaltet sind (Bühnenbild: Mario Radicke).

Mix aus Alt und Neu

Egon hat immer einen Plan.
Egon hat immer einen Plan.  © Robert Jentzsch

Komponist Andreas Goldmann (auch als "Dummes Schwein" dabei) hat die Filmmusik modernisiert und ein paar schwungvolle Musical-Songs zum Mitklatschen beigesteuert.

Neben Volker Zack begeistert Gesichtsakrobat Michael Kuhn als ängstlicher Kjeld, Berit Möller gibt Yvonne gewohnt schrill und sexy, während Daniel Tille seinem Benny auch etwas leisere Töne verpasst.

Es ist alles dabei, was Olsenbanden-Fans glücklich macht - davon zeugte der lange Premieren-Applaus im Stehen.

Titelfoto: Robert Jentzsch

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