Hacke, Spitze - und sehr viel mehr: Palucca-Schule feiert 100. Geburtstag

Dresden - Der Name Gret Palucca (1902-93) ist so eng mit Dresden wie mit dem Tanz verbunden: Vor 100 Jahren eröffnete die Pionierin des modernen Ausdruckstanzes in ihrem Wohnzimmer eine private Schule. Ein Jahrhundert später werden an der einzigen deutschen Hochschule für Tanz im Campus am Basteiplatz junge Tänzer aus aller Welt ausgebildet. Am Samstag wird das Jubiläum mit einem Festakt im Archiv der Avantgarden (Blockhaus) gefeiert.

Die Palucca-Schule am Basteiplatz.
Die Palucca-Schule am Basteiplatz.  © Petra Hornig

Die Palucca-Schule bietet "ein einzigartiges Bildungskonzept von der Nachwuchsförderung mit integrierter Oberschule über Bachelor- und Master-Studiengänge bis hin zum Meisterklassenstudium an", sagt Rektorin Katharina Christl stolz.

"Aktuell werden bei uns 216 Schüler und Studenten aus 25 Nationen ausgebildet. Unsere jüngsten Eleven besuchen die fünfte Klasse", so Pressesprecher Leo Ziems.

Gleichberechtigt bestimmen dabei Improvisation, Moderner Tanz und Klassischer Tanz das Hochschulprofil.

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Das war in der Geschichte der Palucca-Schule nicht immer so.

Bachelor-Studenten beim Üben.
Bachelor-Studenten beim Üben.  © Sebastian Kahnert/dpa

1939 kam es zur Schließung der Schule

Die Tänzerin Gret Palucca im Unterricht 1958.
Die Tänzerin Gret Palucca im Unterricht 1958.  © PR/Höhne&Pohl

In der Zeit des Nationalsozialismus war es Gret Palucca ab 1936 nicht mehr gestattet, Freien Tanz zu unterrichten.

Die Schule wurde 1939 geschlossen.

Kurz nach Kriegsende wurde sie wiedereröffnet und 1949 verstaatlicht.

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Palucca entwickelte das Unterrichtsfach "Neuer Künstlerischer Tanz", damit ihr eigener Stil nicht vom Lehrplan verschwand.

Am Samstag demonstrieren die Schüler und Studenten das Ergebnis der modernen Ausbildung

Auch Anmut will trainiert sein.
Auch Anmut will trainiert sein.  © Facebook/palucca

Während der DDR-Zeit dominierte der Klassische Tanz russischer Prägung die Ausbildung.

Das Ergebnis der modernen Ausbildung demonstrieren die Schüler und Studenten am Samstag (13 Uhr) bei einer öffentlichen Improvisation im Blockhaus-Garten.

"Bereits ab 12.30 Uhr kann eine Pop-up-Ausstellung im Archiv der Avantgarden besucht werden", lädt Ziems ein.

Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig, PR/Höhne&Pohl, Facebook/palucca

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