Diese Mimen spielen einfach weiter: Reif fürs Seniorenheim - aber nur auf der Bühne
Dresden - Auf der Bühne zu stehen, ist ihnen eine Lust. Kein "Muss" mehr, sondern das Sahnehäubchen auf einer erfolgreichen Theater-Karriere. Cornelia Drese (69) und Roland Florstedt (72) genießen ihre Auftritte als Seniorenheim-Bewohner im neuen Comödien-Stück "Villa Sonnenschein" in vollen Zügen.
"Es ist toll, dass ich noch Angebote bekomme. In diesem Jahr und 2027 spiele ich in der Comödie und bei den Krabat-Festspielen in Schwarzkollm mit", freut sich Cornelia Drese.
"Ich entscheide Jahr für Jahr, was ich noch machen möchte und kann. Man darf nicht am Platz kleben. Meine Musical-Werkstatt Oh-Töne habe ich vor drei Jahren schon in gute Hände übergeben."
Traumrollen hat Cornelia Drese zuhauf gespielt: Als glamouröse Katze "Grizabella" zeigte die studierte Opernsängerin und Gesangspädagogin im Kult-Musical "Cats" von 1990 bis 2005 in ganz Deutschland ihre Krallen.
Einen ähnlichen Dauerbrenner hat auch Roland Florstedt vorzuweisen: 38 Jahre lang gehörte er zum Ensemble des TJG, spielte allein 180 Vorstellungen von "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" und 200-mal den Riesen in "Das tapfere Schneiderlein".
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Auch Roland Florstedt hat einiges vorzuweisen
Doch sein absolutes Lieblingsstück war und ist "Das letzte Schaf". "Als es im TJG abgesetzt wurde, habe ich die Ausstattung erworben und führe das Stück jetzt selbst auf", verweist Florstedt auf zwei Termine (19./20. Dezember) am Societaetstheater.
"Aber ich kann auch den Müßiggang genießen", schmunzelt Florstedt. Allerdings legt er selten die Hände in den Schoß: "Vormittags koche ich, nachmittags gibt es immer etwas in Haus und Garten zu tun. Und in den Ferien kommt die Enkeltochter aus Berlin."
Umtriebig sind beide Schauspieler. Auch vorausschauend? "Mir geht es gut, ich wohne in einer Eigentumswohnung. So richtig im Alter könnte ich mir auch eine Alters-WG in einem Haus vorstellen, wo jeder seinen eigenen Bereich hat", überlegt Cornelia Drese.
Bei Florstedt ist alles geregelt. "Meine Frau hatte beim Hausausbau die kluge Idee, dass wir alle Medien so verlegen, dass man die Wohnfläche teilen kann. So kann im Bedarf ein Pfleger einziehen, und wir können zu Hause bleiben."
Titelfoto: PR/Robert Jentzsch

