Dresdens vergessener Weltstar: Die schrulligen Seiten des Carl Maria von Weber

Dresden - Komponist Carl Maria von Weber (1786-1826) kennen viele Dresdner dem Namen nach. Ein Platz und die Musikhochschule sind nach ihm benannt, neben der Semperoper steht ein Denkmal. Doch kein Vergleich mit dem Promi-Status, den Weber zu seiner Zeit hatte! Die Chefin des Dresdner Geschichtsvereins, Caroline Förster (44), verrät kuriose Details aus dem Leben des Wahldresdners.

Carl Maria von Weber (1786-1826) ist eine Musikikone, weltbekannt für seine deutsche Oper "Der Freischütz".  © IMAGO/Heritage Images

"Weber spielt musikalisch absolut in einer Liga mit Mozart und Beethoven", betont Förster. "Aber verglichen mit ihnen ist er in Vergessenheit geraten."

Mit 30 Jahren kam der begabte Komponist nach Dresden, König Friedrich August I. ernannte ihn zum Königlichen Kapellmeister. Hier komponierte er seine romantischen Opern "Euryanthe", "Oberon" und den ikonischen "Freischütz".

Letzterer schlug ein wie eine Bombe. "Wie viele Aufführungen es allein in Dresden gab, ist unfassbar", sagt die Geschichtsexpertin. 1822 war die erste Aufführung in der Residenzstadt - 1951 die eintausendste.

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Inspiriert wurde Weber wohl auch vom malerischen Keppgrund bei Hosterwitz, dort war er oft mit Ehefrau Caroline (1794-1852) und den Söhnen unterwegs. Nur einen Katzensprung entfernt liegt das Sommerhaus der Familie - inzwischen Sitz des Carl-Maria-von-Weber-Museums.

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Historikerin Caroline Förster (44) ist die Vorsitzende des Dresdner Geschichtsvereins, der zuletzt ein Heft über den Komponisten herausbrachte.  © Pixcell

Kapuzineraffe lebte in Webers Sommerhaus

Dieses Idyll in Hosterwitz war Webers Sommerresidenz.  © Pixcell

Für seine Musik war Weber zu Lebzeiten europaweit bekannt, in Dresden gut etabliert in der besseren Gesellschaft. Weniger bekannt ist seine schrullige Seite.

"Eine Zeit lang lebte im Haus in Hosterwitz tatsächlich ein Affe, den Weber seiner Frau von einer Reise mitgebracht hatte", lacht Caroline Förster. Ein steinernes Relief an der Hosterwitzer Kirche erinnert noch an "Schnuff", den Haustier-Affen.

Weber galt als humorvoll, diszipliniert und gläubig. Neben Opern, Konzerten und Kammermusik schrieb er auch Messen - etwa für die Hofkirche am Theaterplatz. Vor 1817 lebte Weber an verschiedenen Orten, in Dresden wurde er sesshaft.

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Tragisch sein Tuberkulose-Tod am 5. Juni 1826 - heute vor genau 200 Jahren in London. Dorthin war er bereits schwerkrank für die Uraufführung des "Oberon" gereist und starb vor der Rückkehr nach Dresden. Webers Überreste wurden auf Bestreben von Richard Wagner (1813-1883) Jahre später rücküberführt.

Dieses Relief an der Kirchenmauer in Hosterwitz gedenkt "Schnuff", Webers Kapuzineräffchen.  © Petra Hornig

Komponist war hochangesehen und stadtbekannt

Auf dem Alten Katholischen Friedhof wurde Carl Maria von Weber 1844 ein zweites Mal bestattet.  © Pixcell

"Er wurde dann erneut auf dem Alten Katholischen Friedhof in der Friedrichstadt bestattet. Das wurde richtig inszeniert, mit einem stattlichen Trauerzug und etlichen Gästen", weiß Historikerin Förster.

Damals war Carl Maria von Weber nicht nur hochangesehen, sondern auch stadtbekannt.

Heute taugt das Weber-Denkmal an der Semperoper vielen noch als Fotomotiv. Aber was der Komponist wirklich mit Dresden am Hut hatte, ist kaum mehr bekannt ...

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