Dresden - Auf dem Martin-Luther-Platz tummeln sich Kinder. Vor dem Café "Oswaldz" an der Bautzner Straße genießen Gäste ein Frühstück. Eine Familie schlendert zum Artesischen Brunnen am Albertplatz. Augenblicke aus dem Neustadt-Alltag, in Öl oder als Aquarell festgehalten von Künstler Jörg Kraut (62).
Rund 30 seiner Arbeiten sind unter dem Titel "Stadtszenen" bis Ende August im Kempinski im Restaurant "Kastenmeiers" zu sehen.
"Die Auswahl hat meine Tochter getroffen", schmunzelt Kraut. "Zu Hause habe ich weit über 1000 Ölgemälde, Bleistiftzeichnungen und Aquarelle. Aber einige davon würde ich nie ausstellen oder gar verkaufen - zu sehr sind sie mir ans Herz gewachsen."
Während seines Studiums zum Theatermaler wohnte Kraut kurze Zeit in einer Neustadt-WG. Vielleicht rührt daher seine Liebe zu dem lebendigen Szeneviertel.
Heute lebt Kraut in Coswig und arbeitet seit über 30 Jahren im Team der Bühnenmalerei an der Staatsoperette. Kraut spaziert viel und oft durch Dresden - auf der Suche nach Motiven, der richtigen Perspektive, dem richtigen Licht. "Dann mache ich Skizzen, auch schon mal ein Foto, oder aquarelliere vor Ort. Die Ölbilder aber entstehen zu Hause."
Neustadt-Bewohner haben sich schon auf Bildern von Jörg Kraut wiedererkannt
Doch sie sind so aus dem Leben gegriffen, dass sich schon Neustadt-Bewohner auf einem Bild wiedererkannt haben.
"Eine Dame erkannte in einem Hundehalter den Mann ihrer Freundin", lacht Kraut. Die Freundin hat das Bild dann auch gekauft.
Gern bedient sich Kraut einem 70 x 100-Zentimeter-Format. Im Gegensatz zu riesigen Bühnenbildern ist das für Kraut "ein gemütliches Format", das auch gut verkäuflich ist.
Krauts wunderbare Dresden-Momente, die in der Ausstellung zu sehen sind, kosten 350 bis 700 Euro.