Fast drei Jahrzehnte Kopf-Kunst in Dresden: Jacquelines Mut zum Hut wird belohnt
Dresden - Chapeau japée: Ob Kappe, Praliné, Pillbox, Strohhut oder Schiffchen - im Dresdner Atelier "japée" von Jacqueline Peevski (64) finden sich die schönsten, handgefertigten Kopfbedeckungen. Im nächsten Jahr feiert die studierte Kostüm- und Bühnenbildnerin ihr 30-jähriges Atelier-Jubiläum. Ein Besuch auf der Bautzner Straße lohnt sich schon vorher.
Ob auf Hochzeiten, Sommerpartys, heute auf dem Hutball im Parkhotel oder ab Juni auf der Galopprennbahn Seidnitz - es gibt viele Anlässe, die Kunstwerke von Jacqueline Peevski auszuführen.
"Bis zu 20 Stunden Arbeit - vom Ziehen in die Form bis zum Dekorieren - stecken in einem Hut", erklärt sie den aufwendigen Prozess der Hutherstellung. Jeder Hut ist ein Unikat, gefertigt aus Filz, Wollstoffen oder Stroh.
Nachdem sich Jacqueline Peevski bei einem Sturz die rechte Hand gebrochen hatte und Monate nicht arbeiten konnte, kribbelt es ihr in den Fingern. Sie will "Hüte fürs Leben mit der Poesie des Theaters anfertigen", sie schwärmt von schwungvollen Federn, Schleiern und Blüten.
"Nur müssten die Dresdner etwas mutiger sein", lacht die "Hutmacherin". Obwohl: "Bei Sommerhüten ist die Nachfrage gestiegen - sicher auch wegen des Sonnenschutzes", zeigt sie opulente Modelle mit großer Krempe. Total im Trend: Cowboyhüte, große Hüte, starke Farben.
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Jacqueline bietet auch Hutkunst zum Mitmachen an
Ihr Fachwissen gibt Jacqueline Peevski nicht "nur" als Gastdozentin an der Hochschule für Bildende Kunst weiter, sondern auch an Hutfreunde.
In zweitägigen Kursen (Termine unter www.hutkunst-japee.de) können sie einen Hut selbst anfertigen - für 250 Euro. So viel (und oft noch etwas mehr) muss Frau auch für ein Hut-Kunstwerk ausgeben.
Ein Schnäppchen können Hutfreunde vielleicht bei der Versteigerung am 12. Juni (17-21 Uhr) im Atelier machen. Dann kommen Hüte, Mützen, hölzerne Hutformen, Taschen, Stoffe und Kleinkram unter den Hammer.
Kurz: Wer nicht nur was im Köpfchen, sondern auch etwas auf dem Kopf haben will - kommt am Atelier "japée" nicht vorbei.
Titelfoto: Norbert Neumann

