Hmmm, wie das prickelt! Wackerbarth feiert 190 Jahre Sekt-Tradition

Radebeul - Es prickelt seit 190 Jahren in Sachsen: Anno 1836 wurde in der "Bussard"-Kelterei in Radebeul der erste Sekt hergestellt.

Ein alter Bussard-Sektkübel erinnert im Gutsmarkt von Wackerbarth an die traditionsreiche Sektgeschichte.
Ein alter Bussard-Sektkübel erinnert im Gutsmarkt von Wackerbarth an die traditionsreiche Sektgeschichte.  © Thomas Türpe

Die drei Weingutsbesitzer Pilgrim, Schwarz und Sickmann gründeten die erste sächsische Manufaktur für moussierende Weine - und ihr Kellermeister Johann Joseph Mouzon brachte die Kunst der klassischen Flaschengärung aus seiner Heimat Frankreich mit nach Radebeul.

Nach anfänglich 37.700 Flaschen wurde im Jahr 1846 eine Höchstleistung von 150.000 Flaschen erreicht. Mit der Umbenennung in Champagnerfabrik Niederlößnitz etablierte die Sektkellerei über Jahrzehnte einen guten Ruf.

In den 50er-Jahren übernahm erst der VEB Rotkäppchen, später das Volksweingut Radebeul. 1979 wurde die Produktion eingestellt - zugunsten der Ende der 60er-Jahre auf Schloss Wackerbarth gebauten Wein- und Sektkelterei.

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Die historischen Gebäude der ehemaligen Bussard-Sektkellerei in der Oberen Bergstraße werden heute als Wohnanlage genutzt - die Tradition der Flaschengärung wird im Erlebnisweingut Schloss Wackerbarth fortgesetzt. Und gewürdigt - etwa mit dem extra trockenen Sekt "Hommage 1836", der im Vorjahr mit dem Deutschen Sektpreis ausgezeichnet wurde.

"Wir feiern die lange Sekttradition mit vielen Veranstaltungen über das ganze Jahr", freut sich Wackerbarth-Sprecher Martin Junge (40).

Das historische Foto von 1932 zeigt Winzer beim Entfernen der faulen Beeren aus den Trauben im Weinberg des Schlosses "Wackerbarths Ruhe".
Das historische Foto von 1932 zeigt Winzer beim Entfernen der faulen Beeren aus den Trauben im Weinberg des Schlosses "Wackerbarths Ruhe".  © Walter Möbius, 1932
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Wackerbarth-Sprecher Martin Junge (40) hält eine leere XXL-Bussard-Flasche in Händen.
Wackerbarth-Sprecher Martin Junge (40) hält eine leere XXL-Bussard-Flasche in Händen.  © Thomas Türpe

Wackerbarth plant Jubiläums-Ausstellung, sucht aber noch Exponate

So sah eine DDR-Sekt-Produktionsstraße auf Schloss Wackerbarth aus.
So sah eine DDR-Sekt-Produktionsstraße auf Schloss Wackerbarth aus.  © Archiv Schloss Wackerbarth

Neben regelmäßigen Sektführungen locken am 24./25. Mai über 50 Winzersekte aus zwölf deutschen Sekthäusern zum Pfingstevent "Sekt im Park" in die barocke Schlossanlage von Wackerbarth. Eintritt: 5 Euro.

Die Weiße Flotte lädt am 27. August zu einer Jubiläumsfahrt (29 Euro) an Bord eines Dampfers ein. Sekte von Wackerbarth, Schloss Proschwitz, der Winzergenossenschaft Meißen und der Manufaktur Perlgut werden verkostet.

"Wir planen auch eine Ausstellung zum 190-jährigen Sekt-Jubiläum. Dafür suchen wir aber noch Exponate", so Junge.

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Egal ob Fotos, Kalender, Etiketten oder Flaschen - wer etwas aus DDR-Zeiten oder gar noch ältere Erinnerungsstücke hat, kann sich gern im Erlebnisweingut melden. "Wir selbst haben leider nur ein Mini-Archiv. Denn die historischen Dokumente lagern im Staatsarchiv und im Archiv der Stadt Radebeul."

Und das nächste Jubiläum lässt nicht auf sich warten: 2027 wird auf 300 Jahre Schloss Wackerbarth angestoßen - mit Bussard-Sekt!

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, Walter Möbius, 1932

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