Dresden - Die Platte ist tot, es lebe die Platte! Nicht nur im Sozialismus entstanden genormte Hochhäuser, die bis heute das Stadtbild prägen. Auch im Westen wurden zwischen den 60er- und 80er-Jahren Lebensräume aus industriell gefertigten Betongroßtafeln geschaffen. Das Dresdner Stadtmuseum vergleicht in der aktuellen Ausstellung "Platte Ost/West" Architektur und Lebensräume der einst getrennten Welten und wagt zugleich einen Blick in die Zukunft.
Die Platte entstand nicht per Zauberschlag im sozialistischen Planungsbüro, sondern entwickelte sich über Jahrzehnte.
Auf 900 Quadratmetern zeigt die interaktive Schau, wann und warum der industrielle Wohnungsbau aufkam.
"Die Ausstellung zeigt Ost und West nicht getrennt, sondern miteinander. Und dabei gleichermaßen die Theorie hinter den Plattenbauten, aber auch die Lebensräume mit Bewohnern", erklärt Museums-Chefin Christina Ludwig (38).
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der DDR-Platte und westdeutschen Großsiedlungen lassen sich für die Besucher nachvollziehen und stellenweise sogar erleben.
Ausstellung wird am Freitag eröffnet
"Im Westen war eine Vielzahl an Baufirmen mit der Entwicklung beschäftigt, im Osten wurden die einzelnen Plattenbautypen durch die Politik bestimmt", erläutert die zuständige Museums-Kustodin Claudia Quiring (55).
Der zweite Ausstellungsraum richtet den Blick auf die Zeit nach 1990. Gezeigt werden ehemals systematisch errichtete Wohneinheiten, die inzwischen rück- und umgebaut sowie individualisiert wurden (zum Beispiel Hoyerswerda).
"Wohnraum ist überall knapp und systematisches Bauen dadurch wieder spannend geworden. Allerdings steht heutzutage eher der Holzbau im Fokus der Planer", so der beteiligte Kurator Jonas Malzahn (39).
Die Ausstellung wird Freitag, um 19 Uhr, eröffnet und ist bis November zu sehen. Infos: stmd.de.