Dresden - Es war Ballsaal, Kino, Probebühne, Tanzschule, Lokal, Karaoke-Bar - im Haus in der Leipziger Straße 58 haben sich in weit über 150 Jahren Tausende Dresdner amüsiert. Zuletzt bewirtete das China-Restaurant "Sonne" 14 Jahre lang Gäste. Nach dessen Schließung vor drei Jahren soll nun wieder Leben in die Ex-"Astoria-Lichtspiele" einziehen.
Einen Ort der Begegnung und Kultur schaffen - das ist der Plan der "Filmnächte am Elbufer"-Crew und der Wenzel-Gastronomie. Im Herbst starteten die Bau- und Brandschutzarbeiten, am 1. November schon zog das Büro der Filmnächte (PAN Veranstaltungslogistik und Kulturgastronomie GmbH) ins Haus.
"Der Standort wurde 1619 das erste Mal urkundlich als Gasthof erwähnt. Das heutige Haus wurde 1857 errichtet", weiß PAN-Geschäftsführer Matthias Pfitzner (58). "Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, besonders interessant ist der Dachstuhl mit einer sogenannten Engels-Statik, die eher von Kirchen bekannt ist."
Im Erdgeschoss sollen ein Ticket- und Merchandise-Shop einziehen, kombiniert mit einem Secondhand-Schallplattenverkauf. Auf der rückwärtigen Seite öffnet ein Biergarten. Glanzstück des Gebäudes ist der alte Ballsaal im ersten Obergeschoss.
"Er bekommt wieder seine blaugraue Decke mit goldenem Stuck", freut sich Pfitzner. Zwei Bars und eine offene Schauküche werden eingebaut, die alte Kino-Projektionsfläche reaktiviert. Der Saal bietet Platz für rund 200 Personen.
Im zweiten Obergeschoss können künftig (Star-)Gäste der Filmnächte übernachten.
Für 700.000 Euro: Eröffnung im März geplant
"Insgesamt werden wir rund 700.000 Euro investieren. Ende März wollen wir öffnen." Ehrensache für den Filmnächte-Veranstalter, dass zum Auftakt Filme gezeigt werden.
"Wir machen beim Filmfest Dresden im April mit, werden Musik-Kurzfilme und Videoclips à la MTV zeigen", freut sich Pfitzner.
Lesungen, Podcasts, kleine Konzerte und Talkrunden sollen folgen.