Nierenversagen! Theaterchefin Zora bangt um das Leben ihrer Schwester

Dresden - Sie wirbelt strahlend über die Bühne - dabei ist ihr Herz voller Angst und Sorge. Was das Publikum zwischen all den prächtigen Kostümen nicht sieht: Travestie-Theater-Chefin Zora Schwarz bangt um das Leben ihrer älteren Schwester Mirjana (66), die seit einer Woche mit Wasser in Lunge und Herz und zeitweisem Nierenversagen auf der Intensivstation des Dresdner Diakonissenkrankenhauses liegt.

Ein Bild aus glücklichen und gesunden Tagen: Schwester Mirjana (66) auf Zoras Terrasse.  © privat

"Ich bin jeden Tag mehrere Stunden bei ihr. Mein Leben besteht nur noch aus Angst. Ich habe schlaflose Nächte, mein Leben ist gerade die Hölle, weil ich fürchte, dass Mirjana es nicht schaffen könnte oder dass noch eine schlimme Diagnose wie Krebs dazukommt", sagt Zora. "Ich liebe sie so sehr, auch wenn sie schon immer mein Sorgenkind war und ich mich oft um sie kümmern musste."

In der Diakonie weiß Zora ihre Schwester in besten Händen.

"Sie wird von einem tollen Team versorgt. Trotzdem habe ich privat noch einen Physiotherapeuten bestellt, der ihren Körper bewegt. Es ist ein guter Bekannter aus Kreischa, Basti, der auch mein verstorbenes Ensemblemitglied Erich lange betreut hat", erzählt Zora.

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Rosen am Krankenbett der Schwester. Zora besucht Mirjana täglich im Diakonissenkrankenhaus.  © privat

Zora braucht die Bühne um stark zu bleiben

Auf der Bühne des Carte Blanche sieht das Publikum Zora Schwarz die Sorgen nicht an.  © Petra Hornig

Bis zu fünf Stunden täglich verbringt der Bühnenstar bei Schwester Mirjana im Krankenhaus, spricht ihr Mut zu, verwöhnt sie mit Blumen.

"Ich darf kommen, wann ich möchte, auch außerhalb der Besuchszeiten. Die Schwestern sagen, wenn ich bei Mirjana bin, dann strahlen ihre Augen."

Zora selbst kann die Sorge um ihre Schwester kaum verdrängen - sie ist allgegenwärtig, vom Aufwachen bis zum Einschlafen.

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"Wenn ich nicht auf der Bühne stehen würde und für ein paar Stunden glückliche Gesichter sehen und Lachen im Publikum hören könnte, würde ich vor Angst durchdrehen", gibt Zora unumwunden zu.

"Ich brauche die Bühne, damit ich stark bleibe. Ich brauche den Applaus für meine Seele."

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