Prämierter Fotograf wird mit Ausstellung im Kunstfoyer geehrt

Dresden - Seit März war klar, wer dieses Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis der Stadt erhält. Am 1. Juni, im Kronensaal auf Schloss Albrechtsberg, wurde die Auszeichnung offiziell verliehen - an den Fotografen Matthias Creutziger (74), der außerdem mit einer Ausstellung im Kunstfoyer geehrt wird. Die Förderpreise (je 5000 Euro) gingen an Banda Comunale und das Popduo Ätna - Inés (32) und Demian Kappenstein (42).

Kunstpreisträger Matthias Creutziger (74, r.) trägt sich neben OB Dirk Hilbert (54, FDP) ins Goldene Buch der Stadt Dresden ein.  © Norbert Neumann

Dresden feiert einen Künstler, der mehr ist als bloßer Beobachter der Musik. Matthias Creutziger und seine Kamera sind stets dort, wo es knistert - zwischen Bühne, Publikum und diesem flüchtigen Moment, in dem Töne sichtbar zu werden scheinen.

Die Ausstellung "Matthias Creutziger. Fotografie" im Kunstfoyer des Kulturrathauses zeigt diesen Blick. Kuratiert gemeinsam mit der Deutschen Fotothek, der er sein Werk vor einigen Jahren überlassen hat, versammelt sie Porträts und Szenen aus Jazz, Klassik, Oper und Konzertleben - ein Panorama musikalischer Bewegung, das sich durch verschiedene Jahrzehnte und Kontinente zieht.

Da begegnen einem etwa der Dirigent Sir Colin Davis in Dresden (2007), der Bluesmusiker B. B. King in Heidelberg (1993) oder die Sängerin Vesna Pisarović beim Festival in Peitz (2015).

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Keine Schnappschüsse, sondern präzise gesetzte Momente, in denen Elemente zusammenkommen: Konzentration wird Ausdruck, Klang wird Körper.

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Bilder von Matthias Creutziger fangen Momente abseits der großen Geste ein

Eine Ausstellung im Kunstfoyer des Kulturrathauses zeigt ausgewählte Arbeiten Creutzigers.  © Eric Münch

Creutzigers Blick auf die Musik und ihre Interpreten ist kein Beobachten von außen. Über viele Jahre arbeitete der Fotograf eng mit Semperoper und Staatskapelle zusammen, war bei Aufführungen, Proben und Tourneen dabei.

Seine Bilder interessieren sich weniger für die große Geste als für das Dazwischen: für den Atem vor dem Einsatz, den Blick eines Dirigenten kurz vor dem Schlag, die Spannung eines Orchesters, das noch ganz bei sich ist, bevor der Klang den Raum füllt.

"Mir geht es in meinen Aufnahmen immer um den authentischen Moment. Der ist gekommen, wenn ich den Eindruck habe, dass der Künstler über die Musik zu sich selbst findet", so beschrieb Creutziger gegenüber TAG24 einmal seine Arbeitsweise.

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Als Fotograf schwimme er mit in der Atmosphäre eines Konzerts und suche, dieser Momente habhaft zu werden.

Ein guter Musik-Fotograf braucht eine gewisse Demut

Fotograf Matthias Creutziger vor seinem berühmten Porträt des Dirigenten Sir Colin Davis (2007).  © Eric Münch

Was einen guten Musik-Fotografen ausmacht? Da hat Creutziger konkrete Vorstellungen. Möglichst viele solcher Momente einzufangen, sagt er. Dazu bedarf es intensiver Vorbereitung und Einfühlung in die Musik.

Als Fotograf müsse er wissen, was ihn in einem Konzert erwarte, welcher Künstler und welche Art der Musik: "Sich von beidem tragen zu lassen, das ist es", sagt er. Ohne Demut Musik und Musikern gegenüber gehe das nicht.

Gerade im Jazz wird dieser Ansatz besonders deutlich. Schon in der DDR begann Creutziger, der im Übrigen selbst ein guter Schlagzeuger ist, die Szene zu begleiten - als Fotograf und Rezensent.

Später fotografierte er internationale Größen wie Miles Davis, Ray Charles, Michel Petrucciani oder Pharoah Sanders. Statt distanzierter Ikonen entstehen bei ihm Menschen im Moment maximaler Konzentration, oft wie verletzlich, immer unmittelbar. Jazz wird nicht stilisiert, sondern als lebendige, manchmal rohe Gegenwart sichtbar.

Bei der Preisverleihung auf Schloss Albrechtsberg durfte sich Creutziger ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Die Ausstellung im Kunstfoyer ist zu sehen bis 25. Juni, geöffnet montags bis donnerstags 9 bis 18, freitags 9 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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