Promis, Affären und Diplom-Rebellen: Darum lohnt sich ein Blick in Holger Johns Bilderwelt

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Dresden - Ohr oder Auge? Wer kommt mehr auf seine Kosten? Das ist die Frage bei einer Führung mit Künstler und Galerist Holger John (66) durch seine Ausstellung "Alles so schön bunt hier" im Oktogon der Kunstakademie.

Unter der Kuppel der Zitronenpresse im Oktagon sind bis 31. Mai farbige Arbeiten von Holger John zu sehen.
Unter der Kuppel der Zitronenpresse im Oktagon sind bis 31. Mai farbige Arbeiten von Holger John zu sehen.  © DPA/Robert Michael

Bis 31. Mai sind rund 600 Arbeiten des Malers und Zeichners zu bestaunen. Mittwoch bis Sonntag (jeweils 13 Uhr) führt er persönlich durch seine Bilderwelt – und untermalt seine Werke mit köstlichen Geschichten.

Es ist ein Streifzug durch die Promiwelt der Kultur-Stars. Bei seinen Filzstift-Kinderbildern erinnert sich John an den Zeichenunterricht bei Maler Otto Niemeyer-Holstein auf Usedom. Er erzählt von seinen Eltern: dem Grafiker Joachim John und Mutter Lissy.

"Auch sie hat an der Kunstakademie studiert. War wohl ziemlich flott und hatte manche Liaison. Ich habe sie mal auf Gerhard Richter angesprochen. Da hat sie nur abgewinkt und gesagt: 'Das war nichts weiter …'"

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Ein Tonband von Liedermacher Wolf Biermann für seine Mutter hat John unter die Exponate gemischt, wie auch eine Skizze von Immendorff.

Holger John (66) führt begeistert durch die Ausstellung seiner "farbigen Unfälle".
Holger John (66) führt begeistert durch die Ausstellung seiner "farbigen Unfälle".  © Foto Koch
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Holger John: "Das hätte gewaltig in die Hose gehen können"

Wie ein Stadtführer hält der Künstler seinen Pappfisch in die Höhe.
Wie ein Stadtführer hält der Künstler seinen Pappfisch in die Höhe.  © Foto Koch

Rundherum hängen seine "farbigen Unfälle" – wie sie John selbst nennt. An einem Ort, der für den Künstler bedeutsam ist: "Hier im Oktogon habe ich 1993 mein Diplom verteidigt. Vorab hatte ich mit Freunden schon eine große Ausstellung in einer Berliner Galerie. Das fanden meine Professoren natürlich nicht so gut."

Johns Verteidigung trug den Titel "Holger malt mit Wasserfarben" – er selbst sprach kein Wort. "Ich habe einem Anwalt die Verteidigung und eine Rede von mir übergeben. Die hat er vorgelesen und ich habe zum Schluss nur eine Schallplatte aufgelegt." Mit dem Seemannslied "Auf Wiedersehen in Rostock".

"Das hätte gewaltig in die Hose gehen können – aber zwei Stunden später war ich der Assistent des Direktors", grinst John.

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Noch mehr Geschichten und Anekdoten gibt's auf seinen Führungen durch die Ausstellung. Sehr, sehr empfehlenswert!

Titelfoto: Bildmontage: Foto Koch, dpa/Robert Michael

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