Psychologin Lisa päppelt Tauben im Schlafzimmer auf

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Dresden - Als Psychologin Lisa Schädtler (32) im September ihr Studium beendet hatte, wollte sie etwas Sinnvolles tun. Am liebsten ein Ehrenamt mit Tieren. Dass sie wenig später verletzte Tauben in ihrer Wohnung pflegt, hätte sie da noch nicht gedacht.

Für Lisa Schädtler (32) ist wichtig: Stadttauben wie "Franz" (4) galten früher als Haustiere und sind nun schlichtweg obdachlos.
Für Lisa Schädtler (32) ist wichtig: Stadttauben wie "Franz" (4) galten früher als Haustiere und sind nun schlichtweg obdachlos.  © Norbert Neumann

"Erst hatte ich an Katzen gedacht. Dann hab ich aber einen Tauben-Podcast gehört und erfahren, wie schlecht es ihnen geht", erinnert sich die 32-Jährige.

Als sie dann eine tote Taube auf der Straße findet, war für sie klar: Sie will sich den unbeliebten Vögeln widmen.

Dabei liegt der Psychologin die Nähe zu Tieren sowieso in den Genen: "Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, deshalb hatte ich allgemein keine Probleme mit Tieren."

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Also begleiten nun, neben Hauskatze Lilly (13), immer wieder Stadttauben den Alltag der jungen Frau. Ende November zog Lisas erster Schützling "Giselle" mit einer Flügelverletzung bei ihr ins Schlafzimmer ein.

Die Stadttauben-Initiative hat einige Mikroskope, um eigenständig und schnellstmöglich die Abstriche der Tauben zu untersuchen.
Die Stadttauben-Initiative hat einige Mikroskope, um eigenständig und schnellstmöglich die Abstriche der Tauben zu untersuchen.  © Norbert Neumann
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"Taubenschlüppis" sind bei Pflegestellen der Hit, wenn es darum geht, den kranken Tieren in der Wohnung auch mal freien Flug zu ermöglichen.
"Taubenschlüppis" sind bei Pflegestellen der Hit, wenn es darum geht, den kranken Tieren in der Wohnung auch mal freien Flug zu ermöglichen.  © Norbert Neumann

Es gibt etwa 35 Pflegestellen und acht Intensivpflegestellen für Tauben

Abstriche gehören zum Alltag einer "Intensivpflegestelle", weiß Tierschützerin Marta Broll (43).
Abstriche gehören zum Alltag einer "Intensivpflegestelle", weiß Tierschützerin Marta Broll (43).  © Norbert Neumann

Kurz darauf gesellte sich "Ferdi" dazu, "ein richtiger Alpha-Täuber", witzelt Lisa. Jede Taube habe einen ganz eigenen Charakter. Manche seien schüchterner oder frech, ordentlich oder neugierig.

Mit jeder Pflegetaube wächst auch Lisas Erfahrung. So lassen sich selbst Infusionen und Medikamente problemlos in ihren Alltag integrieren. Sorgen um die Hygiene macht sich die Psychologin ebenfalls nicht: "Taubenschlüppi" erlauben sogar Flugstunden durchs Schlafzimmer.

Neben den bisher sieben Tauben, die die 32-Jährige aufgepäppelt hat oder momentan versorgt, ist insbesondere die Stadttauben-Initiative dankbar für Menschen wie Lisa.

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"Es gibt etwa 35 Pflegestellen und acht Intensivpflegestellen. Trotzdem sind es noch zu wenig", weiß Tierschützerin Marta Broll (43) von der Stadttauben-Initiative.

Titelfoto: Norbert Neumann

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