Sachsens Skandal-Polizist Samuel Meffire bekommt eigene Serie bei Disney+

Dresden - Ein Leben in acht Teilen: Aufstieg und Fall des einstigen Vorzeige-Polizisten mit Migrationshintergrund. Samuel Meffire (40) machte in den 90er-Jahren nicht nur Schlagzeilen, sondern bietet allemal genug Stoff für eine eigene Serie.

Heute lebt und arbeitet Meffire im Rheinland, ist Krimiautor und engagiert sich für straffällig gewordene Jugendliche.
Heute lebt und arbeitet Meffire im Rheinland, ist Krimiautor und engagiert sich für straffällig gewordene Jugendliche.  © ddp images/Olaf Ballnus

Der Streamingdienst Disney+ erweitert sein Angebot in Deutschland, will auch regionale und nationale Stoffe aufgreifen, daraus Serien und Dokus machen.

So landeten die Macher bei der Geschichte von Meffire, der Anfang der 90er-Jahre als der erste schwarze Polizist in Dresden, ja gar ganz Ostdeutschlands, zum Vorbild für viele und Sinnbild gegen Rassismus wurde.

Dann kam der tiefe Fall: eigene Sicherheitsfirma, abgerutscht in den Sumpf des Rotlichtmilieus, Beteiligung an Überfällen von Nachtclubs, einer Bank, eines Rentnerpaares.

"Die Miniserie 'Sam - Ein Sachse' erzählt die Geschichte von Samuel Meffire, dem ersten schwarzen Polizisten Sachsens nach der Wende, seinem Abgleiten in die Kriminalität und dem Weg heraus", heißt es aus dem Hause Disney.

Mitte 2022 soll die Serie im Disney+-Abo verfügbar sein.

Heute engagiert sich Samuel Meffire für straffällig gewordene Teenager

1993 wurde Samuel Meffire (50) zum Gesicht der Sächsischen Polizei. Er war der erste schwarze Beamte in ganz Ostdeutschland.
1993 wurde Samuel Meffire (50) zum Gesicht der Sächsischen Polizei. Er war der erste schwarze Beamte in ganz Ostdeutschland.  © dpa/Thomas Lehmann

Der in Zwenkau geborene Meffire flüchtete damals übrigens mit dem Nachtzug nach Paris, später in den Kongo, infizierte sich Malaria und stellte sich dann doch den Behörden.

Der einstige Reklame-Polizist wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, knapp sieben saß er ab. Heute lebt und arbeitet er im Rheinland als Krimiautor und engagierte sich jahrelang für straffällig gewordene Jugendliche.

Produziert wird die Serie von Jörg Winger ("Deutschland 83") und Tyron Rickets ("Soko Leipzig", "Dogs of Berlin").

Es ist übrigens nicht das erste TV-Projekt, das die Geschichte des Sachsen aufgreift. 2000 wurde er in "Dreckfresser" porträtiert, für den Film "Black Deutschland" stand er 2006 vor der Kamera.

Titelfoto: ddp images/Olaf Ballnus/dpa/Thomas Lehmann

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