Schloss Übigau feiert 300 Jahre: Hier entstand die erste Lokomotive
Dresden - Ein Hoch auf eine alte Dame, die noch immer im Rampenlicht steht! Schloss Übigau feiert am 31. Juli 300. Geburtstag. Das Sommertheater der Comödie Dresden gratuliert mit der Wiederaufnahme des Caspar-David-Friedrich-Musicals "Der Wanderer über dem Nebelmeer".
"Als wir 2019 begonnen haben, das Elbschloss zu bespielen, war schnell klar, dass dieser Ort mehr verdient als eine schöne Kulisse. Er fordert Geschichten geradezu heraus. Für mich ist genau das die Aufgabe von Theater: Vergangenheit nicht zu konservieren, sondern sie mit unserer Gegenwart ins Gespräch zu bringen. Und vielleicht ist das das schönste Geburtstagsgeschenk für ein 300 Jahre altes Schloss, dass seine Geschichte weitererzählt wird."
Und Schloss Übigau hat viel zu erzählen - über höfische Kultur, industrielle Innovationen und bürgerschaftliches Engagement.
Erbaut 1724 bis 1726 als Lustschloss August des Starken, nach Plänen von Hofbaumeister Eosander von Göthe. August weilte allerdings sehr selten im Schloss.
Ein letztes Großereignis war die Truppenparade des Sächsischen Heeres zwischen Übigau und Wildem Mann anno 1753 - das Schloss diente als Lustlager. Für das Jahr 1770 ist der letzte Besuch eines Mitglieds des Hofes erwähnt.
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Johann Andreas Schubert organisierte in Übigau den Bau der "Saxonia"-Lokomotive
Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss zu einem Ort des technischen Aufbruchs.
Im Verwaltungssitz der Maschinenbauanstalt Übigau organisierte Johann Andreas Schubert den Bau der berühmten "Saxonia", der ersten Lokomotive, die in Deutschland gebaut wurde.
In den 1920er-Jahren diente es der benachbarten Schiffswerft Übigau als Firmensitz, die das erste sächsische Personendampfschiff, die "Königin Maria", auf die Elbe brachte.
Nach Jahrzehnten als Verwaltungsgebäude stand das Schloss nach der Wende lange leer - bis es von der Comödie wachgeküsst wurde.
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, DPA/Matthias Hiekel

