Von Jörg Schurig
Dresden - Trotz Gefährdung durch Kriminelle wollen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ihre Schätze weiter uneingeschränkt zeigen. Dazu gehören etwa eine Drachenvase aus dem 18. Jahrhundert und eine 900 Jahre alte Ru-Schale, die beide aus Angst vor einem Raub in Sicherheit gebracht worden sein sollen.
Ab sofort sind beide Stücke gemeinsam mit einem kleinen Schnupftabakfläschchen in einem Raum des Neuen Grünen Gewölbes im Residenzschloss zu sehen - hinter Sicherheitsglas.
SKD-Generaldirektor Bernd Ebert (54) sprach von einem "kaiserlichen Gipfeltreffen". Nach der Präsentation bis Ende Juni soll sie später wieder in der Porzellansammlung zu sehen sein.
"Wir sind kein Archiv, das die Objekte dauerhaft sicher im Dunkeln verwahrt. [...] Wir wollen sie zeigen, das ist unsere Aufgabe und Leidenschaft", sagte Ebert bei der Präsentation der Objekte aus dem kaiserlichen China.
Gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden und Firmen aus diesem Bereich sorge man aber für maximale Sicherheit.
Ermittlungen von Polizei-Sonderkommission laufen noch immer
Ende Januar hatten die SKD über einen Hackerangriff informiert. Später berichteten Medien darüber, dass es Diebe insbesondere auf die Schale und Vase abgesehen hatten. Laut Ebert ermittelt eine Sonderkommission der Polizei noch immer europaweit.
2019 war die Schatzkammer Grünes Gewölbe Schauplatz eines dreisten Einbruchs und Diebstahls. Die Täter erbeuteten Juwelen von unschätzbarem Wert und wurden von einem Gericht zu Haftstrafen verurteilt.
Die Schau unter dem Titel "Im Fokus: Drei seltene Schätze des Kaiserlichen Chinas" gilt als kleine Sensation. Denn Keramik aus der Ru-Präfektur in der nördlichen Provinz Henan wurde exklusiv für den chinesischen Kaiserhof produziert und ist heute weltweit nur noch in 89 Exponaten erhalten.
Dresden hat deutschlandweit die einzige Ru-Keramik im Bestand.