Unzuverlässig und unpünktlich? Organist der Dresdner Frauenkirche gefeuert

Dresden - Der Organist der Dresdner Frauenkirche Samuel Kummer (54) ist nach 17-jähriger Tätigkeit entlassen worden.

Samuel Kummer (54) wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Samuel Kummer (54) wehrt sich gegen die Vorwürfe.  © Eric Münch

Die Stiftung kündigte das Arbeitsverhältnis mit Kirchenmusiker Samuel Kummer rückwirkend zum 30. September dieses Jahres, wie eine Sprecherin am Donnerstag bestätigte.

Er habe die Kündigung erhalten und gehe juristisch dagegen vor, sagte Kummer der Deutschen Presse-Agentur. Die Stiftung will unter Verweis auf das aktuell anhängige arbeitsrechtliche Verfahren keine weiteren Auskünfte geben.

Die "Dresdner Neuesten Nachrichten" berichteten zuerst über die Entlassung. Laut dem Zeitungsbericht war im Umfeld der Stiftung von Unzuverlässigkeit die Rede, insgesamt habe Kummer mehr als ein Dutzend Abmahnungen bekommen.

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"Ich bestreite, häufig unpünktlich gewesen zu sein und mehr als ein Dutzend wirksame Abmahnungen in 17 Jahren erhalten zu haben", sagte der Organist zu den Vorwürfen.

Der aus Stuttgart stammende 54-Jährige ist seit Herbst 2005 der erste Organist an der weltberühmten, aus Kriegstrümmern wiedererrichteten Frauenkirche. "Ich habe meine Arbeit mit hoher Empathie und Sendungsbewusstsein gemacht", sagte er.

Das inhaltliche Pensum sei enorm, er verwies auf allein rund 7000 Dienste bei Orgelandachten und Gottesdiensten sowie auf über 30 Orgelkonzerte pro Jahr.

Titelfoto: Eric Münch

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