Von Nashörnern zum Neumarkt: Warum Inka (19) Namibia gegen einen Dresdner Gastro-Job tauscht
Dresden - Die Neumarkt-Gastwirtschaften "Augustiner" und "1328" sind so international wie nie. In beiden Lokalen arbeiten unter der Geschäftsführung von Mary und Herbert Berger 111 Mitarbeiter aus 22 Nationen in Küche und Service. Jüngster "Nachschub": Inka Walter (19) aus Namibia.
"Die Familie meiner Mutter ist nach dem Ersten Weltkrieg nach Namibia ausgewandert. Mein Vater dagegen ist in Dresden geboren. In der Schweiz haben sich meine Eltern kennengelernt. Seit 2001 managen beide eine Lodge samt Farm in Namibia - das war bis vor drei Monaten ein Zuhause", erzählt Inka.
"Ich bin also mit Spitz- und Breitmaul-Nashörnern, Giraffen, Zebras und Antilopen aufgewachsen."
Und mit viel Bildung. "Ich habe in Namibia eine deutsche Privatschule samt Internat besucht. Vier Fahrstunden von unserer Lodge entfernt. Mit dem klaren Ziel, in Deutschland zu studieren.
Betriebswirtschaft oder Jura vielleicht. Denn in Namibia gibt es nur eine Uni und die ist nicht besonders gut." Seit drei Monaten ist Inka nun wieder in Dresden, wo die Familie bis heute Wurzeln hat.
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Gegen das Heimweh hat sich Inka gewappnet
"Ich wohne bei meinen Großeltern, Opa Reiner und Oma Thea. Das gibt mir die Chance, erstmal im Land Fuß zu fassen. Der Job im Service ist da genau richtig." Bestellungen kann Inka in perfektem Deutsch, Englisch und Afrikaans aufnehmen.
Gegen das Heimweh hat sich Inka gewappnet: mit einer gehäkelten Ente von ihrer Schwester Pia, ihrem Kuscheltierhasen Felix und besonderen Knabbereien.
"Ich habe mir Biltong aus Namibia mitgebracht, getrocknetes Rindfleisch und vor allem meine geliebten NikNak's-Käsekräcker, die es nicht in Deutschland gibt."
Von Letzteren gleich 25 Tüten! "Sie sind meine Währung und Umrechnungshilfe. Ein Euro sind 20 namibische Dollar - oder zehn NikNak's-Tüten", lacht Inka. An guten Bissen wird's in beiden Neumarkt-Lokalen wohl nicht scheitern. Wie derzeit auch nicht an Regen.
"Das ist für mich tolles Wetter." Ob Inka in Zukunft den Regen genießt oder nach dem Studium die Sonne in Namibia - weiß sie noch nicht.
Titelfoto: Eric Münch

