Wer hätte das gedacht? Ur-Dresden ist älter als Ägyptens Pyramiden!

Dresden - Begebt Euch auf Zeitreise und entdeckt die Spuren der Ur-Dresdner. Die bauten in Nickern schon vor etwa 7000 Jahren monumentale Kreisgrabenanlagen, 2000 Jahre vor den Pyramiden oder Stonehenge! 

So könnte Dresden vor 7000 Jahren ausgesehen haben. Steffen Bösnecker (64) an seinem selbstgebauten Modell einer Kreisgrabenanlage in Nickern, die wohl als Kult-Stätte diente.
So könnte Dresden vor 7000 Jahren ausgesehen haben. Steffen Bösnecker (64) an seinem selbstgebauten Modell einer Kreisgrabenanlage in Nickern, die wohl als Kult-Stätte diente.  © Petra Hornig

Der im Mai eingeweihte Archaeo-Pfad gibt Einblicke und klärt über Dresden als Metropole der Steinzeit auf. Initiator Steffen Bösnecker (64) lädt am Wochenende zu Führungen ein.

Da, wo heute die Tschirnhausstraße zwischen Nickern und Kauscha verläuft, siedelten um 4800 bis 4500 vor Christus in der Jungsteinzeit bereits Menschen. 

Die Dresdner Elbtalweitung mit fruchtbaren Lössböden war ideal für Feldbau, die Haltung von Rindern und Schafen. Häuser der Ur-Bauern wurden entlang des Geberbachs auf 19 Hektar Fläche nachgewiesen.

Spektakulär die daneben errichteten Kreisgrabenanlagen: große kreisförmige Areale (bis 124 Meter Durchmesser) mit Eingängen, die von bis zu vier Gräben (bis drei Meter tief), Wallen und im Inneren auch von Holz-Palisaden umgeben waren. 

Über deren Funktion rätseln Archäologen bis heute, gehen laut Landesamt von "zentralen Versammlungsplätzen mit Kult- und Marktfunktionen" aus. 

Ist Dresden die älteste Metropole Europas?

Auf Bösneckers Initiative entstand der Archaeo-Pfad, der an elf Stationen über Geschichte aufklärt, die Stele an der Fritz-Meinhardt-Straße über Dresden als Metropole der Steinzeit.
Auf Bösneckers Initiative entstand der Archaeo-Pfad, der an elf Stationen über Geschichte aufklärt, die Stele an der Fritz-Meinhardt-Straße über Dresden als Metropole der Steinzeit.  © Petra Hornig
Auf seinem Dachboden hat der Heimatforscher auch ein paar "Ur-Dresdner" nachempfunden.
Auf seinem Dachboden hat der Heimatforscher auch ein paar "Ur-Dresdner" nachempfunden.  © Petra Hornig
So ist der Rundwanderweg durch unsere Geschichte ausgeschildert.
So ist der Rundwanderweg durch unsere Geschichte ausgeschildert.  © Petra Hornig

Der Bau-Aufwand enorm: Mehrere Tausend Kubikmeter Erde mussten ausgehoben, Tausende Bäume gefällt werden. Europaweit äußerst selten: In Nickern wurden bei Ausgrabungen gleich vier der monumentalen Anlagen entdeckt. 

"Damit war es die älteste Metropole Europas, eins der ersten Zentren steinzeitlicher Hochkultur", ist Heimatforscher Steffen Bösnecker überzeugt.

Am liebsten hätte der Dresdner eine Rekonstruktion der urzeitlichen Kultplätze gesehen, wie er sie selbst in kleinerem Maßstab gefertigt hat. "Sie könnten für Schul-Führungen, Feiern oder Märkte genutzt werden, so wie einst in der Steinzeit." Doch ein Teil wurde bereits für den Zubringer zur A 17 überbaut.

Immerhin entstand auf Initiative Bösneckers in Kooperation mit den Archäologen, Stadt und Vereinen der Rundwanderweg "Archaeo-Pfad" (elf Kilometer). Der führt am Geberbach durch Nickern, Kauscha und Prohlis, klärt mit elf Stelen von der Steinzeit bis zur Industriegeschichte Dresdens auf.

Sonnabend (10.30 Uhr) und Sonntag (11 Uhr) lädt Bösnecker zur Führung ein. Treff am Gedenkobelisk (Altnickern 28). Eintritt frei. 

Titelfoto: Petra Hornig

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