Letzte Ruhe auf der Insel: Das ist Dresdens erster Toten-Teich

Dresden - Bundesweit nahezu einmalig: Dresden hat seit Freitag eine "Toteninsel". Auf dem Heidefriedhof in der Nähe des Wilden Manns wurde die Grabanlage "Teich der Erinnerung" eröffnet. Die Nachfrage ist groß. Die erste Bestattung findet schon am Montag statt. 15 Dresdner haben sich ihren Platz bereits reserviert.

Friedhofsleiter Robert Arnrich (51) spielt eine wichtige Rolle.
Friedhofsleiter Robert Arnrich (51) spielt eine wichtige Rolle.  © Holm Helis

Vor zwei Jahren war auf der etwas abseits gelegenen Fläche noch ein Kompostplatz samt Sandboden und Betonweg. Voriges Jahr begannen die eine Million Euro teuren Bauarbeiten. 

Ein 85 Meter langer Teich wurde ausgehoben und mit 850 Kubikmetern Wasser gefüllt. 

Insgesamt wurden 2050 Uferstauden und 330 Unterwasserpflanzen gesetzt. Die 565 Quadratmeter große Insel ist über eine Fußgängerbrücke zu erreichen.

Sämtliche Uferzonen auch auf der Insel wurden für Partnergräber sowie naturnahe Urnengemeinschaftsgräber erschlossen. 

An den Rändern des neuen Areals schließen sich Urnenwahlgräber und Baumgräber an. Weitere Reserveflächen sind bereits eingeplant.

 "Der Teich soll Ruhepol für Gedenken und Trauerbewältigung sein. Er erinnert an die Moritzburger Teichlandschaft", sagt der Chef des kommunalen Friedhofswesens, Robert Arnrich (51).

Insgesamt gibt es 1200 Urnengräber (ab etwa 1100 Euro) und 50 Erdgräber (2500 Euro). Entstanden ist eine bemerkenswerte Anlage mit dem Teich als ruhigen Blickpunkt. Wer über die kleine Brücke auf die "Toteninsel" geht, hat unwillkürlich Gänsehaut.

Der Teich soll "Ruhepol" für alle Trauernden sein.
Der Teich soll "Ruhepol" für alle Trauernden sein.  © Holm Helis
Gäste standen am Freitag an, um von einer Hubbühne aus auf den Teich schauen zu dürfen.
Gäste standen am Freitag an, um von einer Hubbühne aus auf den Teich schauen zu dürfen.  © Holm Helis
Der "Teich der Erinnerung" auf dem Heidefriedhof.
Der "Teich der Erinnerung" auf dem Heidefriedhof.  © Holm Helis

"Tag des Friedhofs" am Sonntag

Bemerkenswert: Die 5000 Quadratmeter große Grabfläche bietet zugleich Raum für neues Leben. "Es werden sich viele Vögel und Amphibien ansiedeln, Libellen fliegen jetzt schon. Die Genehmigung vom Umweltamt für den Umbau war leicht zu bekommen", so Arnrich weiter.

Zum "Tag des Friedhofs" kann am Sonntag (13 Uhr) der Heidefriedhof (inklusive Teich) bei einem kulturhistorischen Rundgang besichtigt werden.

Titelfoto: Holm Helis

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