79 Vollzeitkräfte kommen nicht hinterher: Warten aufs Wohngeld kann in Dresden knapp drei Monate dauern

Dresden - In der Ausländerbehörde stapeln sich die Einbürgerungsanträge. Derweil kommt das Sozialamt mit Wohngeldanträgen nicht hinterher, obwohl sich 79 Vollzeitkräfte nur darum kümmern.

Die Wohngeldstelle im Sozialamt hinkt bei den Anträgen hinterher. (Symbolfoto)  © imago/Frank Sorge

Wer in Dresden Wohngeld beantragt, wartete zuletzt durchschnittlich 86 Tage auf eine Antwort. Dabei hatte der Stadtrat 2023 beschlossen, Bedürftige eigentlich nicht länger als einen Monat warten lassen zu wollen.

Zu Jahresbeginn häufen sich die gestellten Anträge, Mitte März lagen knapp 4500 Anträge unbearbeitet herum, erklärt die Verwaltung auf Anfrage von Stadträtin Julia Hartl (40, SPD).

Das Amt betont, "dass ein Großteil der eingehenden Wohngeldanträge unvollständig eingereicht wird und deshalb die Nachreichung von Unterlagen erforderlich ist".

Dresden Lokal Fünf Wochen nach erstem Alarm in Strehlen: Giftiger Asbest wird vom Wind verteilt

Tenor: Nachlässige Antragsteller tragen eine Mitschuld an der langen Bearbeitungszeit. Außerdem hätten die offenen Anträge seit Jahresbeginn "kontinuierlich gesenkt" werden können.

Stadträtin Hartl: "Die Menschen stellen den Antrag nicht aus Jux und Tollerei. Die Stadt könnte den bürokratischen Aufwand optimieren."

Anzeige
Nach jüngsten Zahlen sind etwa 13.800 Dresdner Haushalte auf Wohngeld angewiesen. (Symbolfoto)  © picture alliance/dpa

Immerhin: Das Sozialamt will künftig KI nutzen, um schneller zu werden. Aktuell werde "ein entsprechendes Projekt" vorbereitet, so die Stadt.

Mehr zum Thema Dresden Lokal: