Abenteuer Afrika: Dresdner Schüler lernen im Kongo

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Von Markus Weinberg

Dresden/Kongo - Von Dresden in den Kongo: Vier Schüler der 8. und 10. Klasse der 145. Oberschule Pieschen wagen das Abenteuer ihres Lebens – einen Austausch in die Hauptstadt Brazzaville im französischsprachigen Kongo.

Elise Reinhold (16) inmitten der Schüler ihrer Partnerschule in Brazzaville.
Elise Reinhold (16) inmitten der Schüler ihrer Partnerschule in Brazzaville.  © Markus Weinberg

Dort leben sie zehn Tage lang in Gastfamilien – mit häufigen Stromausfällen, kaum Internet und völlig anderem Alltag. Sie besuchen Deutschklassen, tauchen in bunte, überfüllte Märkte ein und fahren über den mächtigen Kongofluss.

"Überall wird etwas verkauft. Es gibt so viele kleine Stände", erzählt die 16-jährige Elise Reinhold, die meist in Begleitung durch die Millionenstadt unterwegs ist.

Chaotischer Verkehr, wenig Infrastruktur: Abseits der Hauptstraßen gibt's vorwiegend nur sandige Wege und Blechhütten. Klapprige, grüne Taxis prägen das Straßenbild.

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Fridtjof (14) aus der 8. Klasse lebt in einer wohlhabenderen Familie, deren Angehörige teils in Frankreich wohnen. Sein Gastbruder Koussou ist ständig an seiner Seite.

Erst vor Ort sorgt Fridtjof für eine Überraschung: "Mein Opa kam aus dem Kongo."

Im Stadtviertel Poto Poto liegt einer der größten Märkte im Land. Es ist bunt, laut und vielfältig und belebt. Überall Waren u. a. aus Kamerun, Tschad, Gabun, Asien und Importe aus Europa.
Im Stadtviertel Poto Poto liegt einer der größten Märkte im Land. Es ist bunt, laut und vielfältig und belebt. Überall Waren u. a. aus Kamerun, Tschad, Gabun, Asien und Importe aus Europa.  © Markus Weinberg
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Dresdner Lehrerin schläft mit Gastlehrerin in einem Bett

Auf dem Unterrichtsplan: Deutsch und Französisch in den teilweise sehr einfachen Klassenräumen. Auf den Programm: Galgenraten.
Auf dem Unterrichtsplan: Deutsch und Französisch in den teilweise sehr einfachen Klassenräumen. Auf den Programm: Galgenraten.  © Markus Weinberg

Doch der Austausch hat auch seine Grenzen. Lehrerin Tina teilte sich anfangs ein Bett mit ihrer Gastgeberin, der Deutschlehrerin der Partnerschule Centre Scolaire Notre Dame du Rosaire – ohne fließendes Wasser, mit kaum Strom.

Was hier Alltag ist, wird zur Belastungsprobe. Tina Manias (42): "Unterrichten war herausfordernd, weil es außer einer Tafel mit Kreide kaum etwas gibt. Und trotzdem sind die Kinder mit strahlenden Augen dabei."

Auf der anderen Seite stehen besondere Momente: Ausflüge mit den kongolesischen Schülern, Empfänge beim deutschen Botschafter Dr. Reuss sowie im Stadtrat und beim Bürgermeister. Seit 1975 sind Dresden und Brazzaville Partnerstädte.

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Mit vor Ort ist auch Initiator Jochen Lagerein. Der Dresdner Unternehmer sieht die vier Jugendlichen als Scouts: "Ich möchte jungen Menschen neue Perspektiven eröffnen."

Sein Ziel: eine nachhaltige Austauschstruktur zwischen den Städten aufzubauen.

Titelfoto: Markus Weinberg

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