Anwohner-Ärger wegen vermülltem Altkleider-Container: Das sagt der Betreiber dazu

Dresden - Dieser Anblick sorgt für Frust: Regelmäßig platzt der Altkleider-Container an der Josephinenstraße nahe dem Sternplatz in Dresden aus allen Nähten. Was nicht mehr hineinpasst, wird einfach davor oder daneben entsorgt. Für Stadt und Betreiber scheint es ein endloser Kampf zu sein.

Ein Montag im März: Völlig überfüllt präsentiert sich der Altkleider-Container nach dem Wochenende an der Josephinenstraße.  © Steffen Füssel

"Seit wir 2016 hier hingezogen sind, bestehen die Probleme", ärgert sich Anwohner Steffen Görner (69) im Gespräch mit TAG24. Teils würden sich ganze "Berge" anhäufen. "Ich habe mich schon oft beschwert, aber es hat sich nie etwas geändert."

Auch im Mängelmelder tauchte der Standort bereits mehrfach auf. "Es nervt", wird angesichts "wiederholter Überfüllung" beklagt. "Andauernd liegen dort Sachen verteilt. Leute wühlen darin herum."

Verantwortlich für den orangen Container ist das Kolpingwerk im Bistum Dresden-Meißen, welches im vergangenen Jahr nach der Einführung neuer Gesetzes-Vorschriften das Los fürs Sammeln von Alttextilien in der Altstadt gezogen hatte.

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"Wir kennen den Zustand an der Josephinenstraße", sagt Diözesansekretär Stefan Sorek (53) auf Anfrage. "Aller 14 Tage kann unsere Partnerfirma die Abholung gewährleisten." Eine außerplanmäßige Zwischenleerung sei gemäß Vertrag nur möglich, wenn das Dresdner Umweltamt dies beauftrage. "Deshalb sollten Beschwerden immer dorthin gerichtet werden."

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Stefan Sorek (53) verantwortet mit seinem Kolpingwerk im Bistum Dresden-Meißen das Textilrecycling in der Altstadt.  © Kolpingwerk

Betreiber beschreibt Altkleider-Dilemma

So sah der Standort laut Mängelmelder am 5. Januar aus.  © Screenshot/buergerbeteiligung.sachsen.de

Laut Stefan Sorek befindet sich das Geschäft des Textilrecyclings in einer äußerst schweren Zeit. "Einerseits sind uns durch Kriege klassische Absatzmärkte wie Russland, die Ukraine oder Nahost weggebrochen. Andererseits wird kurzlebige, für uns unbrauchbare Billig-Mode immer beliebter."

Dies hätte dazu geführt, dass mittlerweile nur noch 0 bis 5 Euro pro Tonne an Altkleidern gezahlt würden. "Vor drei Jahren gab es dafür noch 95 Euro." Eigentlich lohne sich der Aufwand deshalb nicht mehr. "Der Umwelt- und Klimaschutz sind für uns jedoch der Antrieb, weiterzumachen", sagt Sorek.

Das Aufstellen weiterer Container sei wegen neuer Anschaffungskosten und höherer Standgebühren nicht umsetzbar. "Wir sehen hier auch die Bürger bei der ordnungsgemäßen Entsorgung in der Pflicht."

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Die Stadtverwaltung lässt auf TAG24-Anfrage wissen, dass der Standplatz turnusmäßig zweimal wöchentlich gereinigt wird. Grundsätzlich seien Betreiber von Altkleider-Containern vertraglich verpflichtet, eine "bedarfsgerechte" Leerung sicherzustellen.

Generell bitte man alle Dresdner, bei vollen Containern einen anderen Standplatz zu nutzen. "Große Mengen könnten auch auf den städtischen Wertstoffhöfen abgeben werden", heißt es. Verunreinigte, nasse oder verschimmelte Textilien würden zudem in den Restmüll gehören.

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