Bröckelnde Sandstein-Figur auf Hofkirche: Touristen beinahe vom heiligen Franz erschlagen
Dresden - "War es ein Zeichen Gottes?" Diese Frage lässt Beate (53) und Rainer Specker (54) aus Tettnang in Baden-Württemberg bis heute nicht los. Während ihres Urlaubs in Dresden wurden die bekennenden Christen beinahe vom Arm eines Heiligen erschlagen!
Am ersten Urlaubstag war Stadtspaziergang angesagt. Vom Postplatz ging es zunächst Richtung Theaterplatz. Vor der Hofkirche blieben Beate und Rainer stehen, schauten auf dem Handy nach Eintrittspreisen für die Semperoper.
Währenddessen bröckelte hoch über ihnen der Sandstein an einer der 87 Figuren auf der Hofkirche. Ausgerechnet der linke Arm des 3,50 Meter hohen Schutzpatrons Franz von Assisi löste sich und flog gen Erdboden: "Da war dieser laute Knall und ich zog meine Frau reflexartig zur Seite."
Eine Staubwolke stieg unmittelbar neben beiden auf, Trümmer verteilten sich auf dem Boden. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.
War es nun göttliche Botschaft oder bloß bröckelnder Sandstein? Auch Tage nach dem Ereignis zeigt sich der bekennende Katholik bewegt: "Meine Frau arbeitet seit über 25 Jahren für die Stiftung Sankt Franziskus. Und an dem Tag, an dem der Dresdner Franziskus seinen Arm nach uns warf, hatte sie Geburtstag. Was soll das denn bitte!"
Die Speckers "müssen" nach Dresden zurückkehren
Seit dem Bombenangriff im Februar 1945, "bei dem einige Figuren so zerstört wurden, dass sie herabstürzten, gab es keine vergleichbaren Vorfälle", sagt Alwin-Rainer Zipfl (50), Sprecher des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Als mögliche Ursache nennt er "Frost-Tau-Wechsel und heftige Winterstürme".
Die genaue Ursache werde weiterhin geprüft, ebenso wie die Beschaffenheit der anderen Figuren und damit verbunden die Sicherheitsmaßnahmen. Die Kosten für eine Sanierung der Figur von Franz von Assisi belaufen sich auf 15.000 Euro.
Für das Ehepaar Specker verliefen die folgenden Urlaubstage in Dresden im besten Sinne unspektakulär. Auf dem Programm standen die Technischen Sammlungen, das Hygiene-Museum und das Grüne Gewölbe.
Dazu ein Ausflug nach Moritzburg: "Meine Frau liebt Aschenbrödel." Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für den Elektroingenieur: "Leider war der Mathematisch-Physikalische Salon geschlossen. Wir müssen also wiederkommen."
Dann hoffentlich ohne einen Wink Gottes...
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, privat

