Dresden - Vor genau 10.000 Tagen öffnete der Geschenke-Laden "Catapult" auf der Rothenburger Straße seine Türen. Seither hat Chef Hendrik M. Dietrich (56) viele kuriose und originelle Dinge verkauft, seit kurzem mit Julia Sasse (43) an seiner Geschäftsführer-Seite.
"Seit November 1998 habe ich wirklich viele verrückte Dinge angeboten", lacht Dietrich. Viel beschmunzelt war seine 50 Zentimeter große Eier-Guillotine, mit der das Frühstücksei geköpft werden kann. "Gekauft haben sie leider nur drei Kunden."
Ein Renner dagegen die Postkarten mit sächsischen Sprüchen à la "Hör uff de Muddi". "Davon haben wir schon über 320.000 Stück drucken lassen."
Wie geschmiert lief auch das Geschäft mit dem Geschäft. "Wir haben Kindernachttöpfe von Ikea mit dem Wort 'Geschäftsführer' bedrucken lassen. Die wurden uns aus den Händen gerissen.
Als es bei Ikea in Dresden keine Töpfe mehr gab, sind wir nach Chemnitz gefahren und haben den Lagerbestand von rund 150 Nachttöpfen aufgekauft", erinnert sich Dietrich.
Aktuell der Renner im Geschenke-Laden "Catapult": Diskokugel-Blumenampeln
Ähnlich verhielt es sich mit den Steinen der Carolabrücke. 2000 Stück wurden bestellt, verpackt und verschickt. "Dafür haben wir extra eine Ukrainerin eingestellt, die wochenlang nichts anderes machte." Dietrich war gerade im Urlaub in Rom, als die Bestelllawine losging. "Bei jeder Onlinebestellung piepte mein Handy. Das war nicht auszuhalten."
Sogar zwei Kultur-Institutionen interessierten sich für seine Objekte. "Das zeitgenössische Forum in Leipzig erwarb ein +Ossi-T-Shirt", verrät Dietrich.
"Die Idee dazu kam uns, als ein Ossi bei einer Westfirma abgelehnt wurde. Die schickten seine Bewerbung zurück - mit einem Minuspunkt für den Ossi."
Das Mini-Sandsäckchen "Fluthelfer des Jahres" zog ins Dresdner Stadtarchiv ein. Noch ein Blick nach vorn: "Gerade sind Diskokugel-Blumenampeln der Hit", freut sich Julia Sasse.