Warum die "Gräfin Cosel" jetzt auf Elon Musk setzen will

Diese Meldung ist vom 4. März 2024.

Dresden - Die Weiße Flotte baut ihre "Gräfin Cosel" auf der Werft in Laubegast um, will das Salonschiff (Stapellauf 1994, rund 500 Sitzplätze) als "Dresdens ersten fahrenden Konferenzraum" auch für Tagungen zu Wasser anbieten. Dafür will die Sächsische Dampfschifffahrt (SDS) die Satelliten des Milliardärs Elon Musk (52) im Weltall anzapfen, so für stabiles Internet auf der Elbe sorgen.

Nach ihrem Umbau soll das Salonschiff "Gräfin Cosel" Dresdens erster fahrender Konferenzraum mit stabilem Internet auf der Elbe werden.
Nach ihrem Umbau soll das Salonschiff "Gräfin Cosel" Dresdens erster fahrender Konferenzraum mit stabilem Internet auf der Elbe werden.  © Eric Münch

Bislang war es problematisch, Schiffe auf der Elbe ans Internet anzubinden. Auf den Dampfern gibt es darum auch kein frei verfügbares W-LAN.

Das muss sich jedoch ändern, wenn die SDS nach der Umrüstung ihrer "Cosel" für 1,7 Millionen Euro das Salonschiff ab Mai auch für Tagungen (bis 140 Teilnehmer), Seminare oder Schulungen anbieten will.

Neben mehreren großen Bildschirmen und Stromanschlüssen für alle Gäste ist eine stabile Internetversorgung an Bord unumgänglich.

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Die Lösung bietet der mit rund 180 Milliarden Dollar aktuell zweitreichste Mensch der Welt mit seinem Raumfahrtunternehmen "SpaceX" an: US-Unternehmer Elon Musk versorgt mit seinem Weltall-Satellitennetzwerk "Starlink" bereits die von Russland überfallene Ukraine mit Internet.

Das System funktioniert seit letztem Jahr auch für die Seeschifffahrt.

Sorgt bald für Internet auf der Elbe: US-Unternehmer und Multimilliardär Elon Musk (52).
Sorgt bald für Internet auf der Elbe: US-Unternehmer und Multimilliardär Elon Musk (52).  © picture alliance/dpa/PA Wire

SDS hat bereits gute Erfahrung gemacht

Die Starlink-Satelliten im Erd-Orbit können fast jeden Ort der Welt mit Internet versorgen.
Die Starlink-Satelliten im Erd-Orbit können fast jeden Ort der Welt mit Internet versorgen.  © IMAGO/ZUMA Wire

"Die Technik ist praktisch Satelliten-Telefonie. Also von der Antenne auf dem Schiff geht das Signal direkt an den nächsten Starlink-Satelliten", erklärt Flottenchef Victor Straubhaar (31).

"Wir haben uns für diese Technik entschieden, weil wir damit bei der Kabinenschifffahrt (Hotelschiffe) in unserer Unternehmensgruppe United Rivers gute Erfahrungen gemacht haben."

Die Anschaffung der Technik kostet laut SDS einen "vierstelligen Betrag", der Betrieb pro Monat "dreistellig".

Die neuen Tagungsräume an Bord werden mit großen Bildschirmen bestückt.
Die neuen Tagungsräume an Bord werden mit großen Bildschirmen bestückt.  © Visualisierung: WEIßE FLOTTE SACHSEN GmbH
So eine Antenne wird an Bord der "Cosel" installiert, um eine Verbindung ins All herzustellen.
So eine Antenne wird an Bord der "Cosel" installiert, um eine Verbindung ins All herzustellen.  © IMAGO/Kyodo News
Victor Straubhaar (31) ist Geschäftsführer der Weißen Flotte.
Victor Straubhaar (31) ist Geschäftsführer der Weißen Flotte.  © Norbert Neumann

Im kommenden Jahr ist mit den gleichen Umbauten dann Schwesterschiff "August" an der Reihe, wird ebenfalls Weltraum-Internet erhalten.

Titelfoto: Montage: Eric Münch, picture alliance/dpa/PA Wire

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