Dresden - Das beste Freibad ganz Deutschlands liegt in ... Dresden! Zum dritten Mal in Folge setzt sich das Zschonergrundbad in Briesnitz an die bundesweite Spitzenposition. "Das macht uns stolz", freut sich Astrid Hupka (59), Vorsitzende des NaturKulturBad Zschonergrund e.V. Vor allem der Naturbad-Charakter weiß zu überzeugen.
"Fit Reisen" hat für sein jährliches Ranking Hunderte Freibäder in Deutschland miteinander verglichen - und das Bad im Westen der sächsischen Landeshauptstadt zum wiederholten Titelverteidiger erklärt.
"Das Zschonergrundbad in Dresden bleibt mit 4,7 Sternen bei 504 Rezensionen Deutschlands bestbewertetes Freibad", heißt es von dem Reiseveranstalter.
Man habe das marode Bad, als es bereits seit Jahren geschlossen und eigentlich dem Verfall preisgegeben war, "mit ganz viel Enthusiasmus, Herzblut, Spendengeldern und hauptsächlich im Ehrenamt 19 Jahre lang wieder aufgebaut", erklärt Hupka gegenüber TAG24.
Ursprünglich war das Bad schon 1927 erbaut worden. Ab 1988 fiel es in einen "tiefen Dornröschenschlaf", ehe sich 1996 der Verein gründete, der viele Jahre um eine Neueröffnung kämpfte. Diese erfolgte dann endlich am 1. Juni 2015 - als erstes Naturbad in Dresden. Während der NaturKulturBad Zschonergrund e.V. mittlerweile "nur noch" Förderverein ist, trägt seit 2020 die Lebenshilfe Dresden die Hauptverantwortung.
Hubertus Schreiber (57), Betriebsleiter der Zschoner Grund Dienstleistungs gGmbH, einer Tochter der Lebenshilfe, schwärmt gegenüber TAG24, dass man im Zschonergrundbad "einen Tag wie im Urlaub" verbringen könne. Er führt die Beliebtheit auf die idyllische Lage des "Familienbades" zurück.
Natur pur im Zschonergrundbad: "Kein Chlorgeruch in der Luft, keine Chemie auf der Haut"
Eine große Besonderheit sei in Schreibers Augen außerdem die Anlage als Naturbad. Dazu erklärt Hupka: "Das Besondere ist die biologische Selbstreinigung des Wassers." Laut der 59-Jährigen badet man "wie in einem Teich, kein Chlorgeruch in der Luft, keine Chemie auf der Haut."
Das lädt allerdings auch Stäbchenbakterien der Gattung "Pseudomonas aeruginosa" ein, derentwegen das Bad immer mal wieder eine Zeit lang schließen muss. Wenn geöffnet ist, habe das Bad allerdings eine "hervorragende Wasserqualität", versichert Schreiber. Es gebe regelmäßige Labor-Prüfungen. "Es wird viel Aufwand betrieben, um die Bakterien-Grenzwerte einzuhalten."
Die (teils historische) bauliche Beschaffenheit sowie die Lage begeistern laut Hupka ebenfalls die Besucher. Zudem gibt es unter anderem einen Spielplatz, einen Beachvolleyballplatz, einen Kräutergarten und seit diesem Jahr eine Bücher-Kabine - "dort können sich die großen und kleinen Besucher mit Leselektüre versorgen".
Schreiber entpuppt sich darüber hinaus als großer Fans des Bad-Bistros und betont, dass die gesamte Anlage - inklusive Wassereinstieg - barrierefrei sei.
Das Zschonergrundbad, das kommendes Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, ist bei gutem Wetter täglich von 11 bis 18 Uhr (am Wochenende 19 Uhr) geöffnet, in den Sommerferien sogar von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro für ein Tagesticket (ermäßigt 3 Euro). Für ein Abendticket - Einlass ab zwei Stunden vor Schließung - muss man lediglich 3 Euro entlohnen.