Für mehr Grün in Dresdens Altstadt: Hier stehen jetzt gelbe Kübel

Dresden - Nach der Umgestaltung der Seestraße zur grünen Fußgängerzone wandern Pflanzkübel und Sitze dieses Jahr in die Pfarrgasse. Im Hintergrund arbeiten Stadtplaner an einem größeren Plan für eine grünere Dresdner Altstadt. Ziel: mehr Schatten und Aufenthaltsqualität.

Die Pfarrgasse zieren jetzt gelbe Farbtupfer.  © Thomas Türpe

"Wir wollen weniger steinerne und mehr grüne, belebte Flächen", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne). "Es fehlt überall an Aufenthaltsqualität und Grün in der Altstadt."

Bereits 2024 und 2025 wurde deshalb die Seestraße (zwischen Altmarkt und Prager Straße) zur Flaniermeile umgebaut. Knapp 400.000 Euro kostete das Projekt, größtenteils finanziert vom Stadtbezirk.

Dieses Jahr also die Pfarrgasse. Der Grund: Bauarbeiten am ehemaligen C&A-Kaufhaus nehmen Platz weg. Stadtbezirksamtsleiter André Barth (59) freut sich trotzdem: "Im Sommer staut sich hier die Hitze. Dann lechzt man nach Sitzmöglichkeiten, nach einem Stück Grün."

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Geld soll die Aktion diesmal nicht kosten, weil Möbel und Kübel schon bezahlt sind - es sei denn, der Stadtbezirk investiert noch in Trinkbrunnen und Sprühnebelanlage.

Es gibt aber Schönheitsfehler.

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In den letzten zwei Jahren blühte es schon in der Seestraße.  © Norbert Neumann
Stadtplanerin Stephanie Mau (55), Baubürgermeister Stephan Kühn (46) und Stadtbezirksamtsleiter André Barth (59) zeigen, wo die Kübel hinkommen.  © Thomas Türpe

Pfarrgasse erst der Anfang: Straßen zwischen Rathaus und Altmarkt sollen aufgewertet werden

Rainer Pietrusky (76) leitet einen Trupp Ehrenamtlicher, die sich um die Pflanzenpflege kümmern.  © Thomas Türpe

So bleibt der Gieß-Aufwand für Blümchen und Sträucher hoch, müssen Ehrenamtliche beim Wässern helfen.

Rainer Pietrusky (76) vom Projekt "Chancen für die Chancenlosen" koordinierte schon 2025 einen Pflanzen-Pflegetrupp auf der Seestraße. "Unsere Erfahrung auf der Seestraße zeigt: Das größte Problem ist das Gießen."

Er befürchtet auch Vermüllung: "Auf der Pfarrgasse soll nur ein Mülleimer aufgestellt werden, das ist zu wenig."

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Langfristig sollen die Straßen zwischen Altmarkt-Galerie und Rathaus nicht nur temporär, sondern dauerhaft aufgewertet werden. Daran plant das Rathaus gerade - der Stadtrat entscheidet. Noch gibt es keine Kostenschätzung.

Der Haken: Ohne Fördermittel wird die Umsetzung wohl schwierig.

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