Gedenken an die Nazi-Opfer: Diese Kunstwerke markieren Orte schauerlicher Verbrechen

Dresden - Blaue und weiße Splitter stechen seit Montag im Dresdner Norden ins Auge: Sie markieren Orte nationalsozialistischer Verbrechen und erinnern an die Befreiung von Auschwitz heute vor genau 81 Jahren.

Künstler Jochem Hendricks (59), Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke, M.) und Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne, r.) weihten die Splitter-Skulpturen ein.
Künstler Jochem Hendricks (59), Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke, M.) und Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne, r.) weihten die Splitter-Skulpturen ein.  © Norbert Neumann

Die Skulpturen sind 2022 im Rahmen eines Ideenwettbewerbs der Stadt entstanden. Nun wurden drei Stelen offiziell eingeweiht.

"Wir haben die Verantwortung, an die Opfer von Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft im nördlichen Stadtraum sichtbar zu erinnern, und kommen dem nach", erklärt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke).

Ein über drei Meter hoher blauer Splitter aus Metall kennzeichnet jetzt das ehemalige "Entbindungslager Kiesgrube" am Hammerweg.

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Auf die mindestens 225 Zwangsarbeiterinnen-Kinder, die hier ihren Tod fanden, verweist ein weiterer Splitter an der Mauer des St.-Pauli-Friedhofs. Eine dritte Stele wurde am Gedenkort Hellerau eingeweiht und klärt über die ehemalige Lehranstalt für den Unteroffiziersnachwuchs auf.

Skulpturen werden mit QR-Codes versehen

"Die Grundform der Splitter folgt einem Modulsystem. Jeder hat eine andere Form und Farbe, doch zusammengesetzt sollen sie ein Ganzes ergeben", erklärt der Künstler.
"Die Grundform der Splitter folgt einem Modulsystem. Jeder hat eine andere Form und Farbe, doch zusammengesetzt sollen sie ein Ganzes ergeben", erklärt der Künstler.  © Norbert Neumann

In den nächsten Tagen werden die Skulpturen noch mit QR-Codes versehen, die Interessierte auf eine Website mit weiteren Informationen leiten.

Für Skulpturen-Künstler Jochem Hendricks (59) ist es besonders wichtig, mit seiner Kunst gegen das Vergessen zu arbeiten.

"Es gibt hier im Norden viele Orte der Täterschaft und Opfer. Unser Auftrag ist es nun, mithilfe der Skulpturen diese Orte deutlich zu markieren und sichtbar zu machen."

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Dass die Auseinandersetzung notwendig ist, erkennt auch Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne): "Es ist gut, dass mit den Splittern an immer mehr Stellen in unserer Stadt deutlich gemacht wird, dass Dresden kein unschuldiges Opfer der NS-Diktatur und des Krieges war."

Zum Gedenken an die Holocaust-Opfer findet am heutigen Dienstag, um 18 Uhr, eine "Stunde der Erinnerung" in der Gedenkstätte Münchner Platz statt.

Titelfoto: Norbert Neumann

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