Grüner Bogen an der Prager Straße: Licht und Schatten sollen Krimi-Hotspot entschärfen
Dresden - Über kaum einen Ort in Dresden wird so oft gesprochen wie über den Wiener Platz. Im Kriminalitätsschwerpunkt treffen Touristen auf Pendler, Händler, aber auch auf Dealer. Bei einem Rundgang mit Stadtvertretern, Polizei und Sozialarbeit wurde nun deutlich: Während die Citywache gut anläuft, spielt vor allem der entstehende "Grüne Bogen" eine beispielhafte Rolle.
Im Kern ist der Grüne Bogen ein klassisches Stadtentwicklungsprojekt: Zwischen Reitbahn- und St. Petersburger Straße sollen die zwar funktionalen, aber unattraktiven Asphalt-Areale aufgebrochen werden.
Mehr Bänke, wenigstens 70 neue Bäume, ein "Calisthenics"-Gerüst für Sport mit dem eigenen Körpergewicht. Derzeit laufen bereits die Vorarbeiten für ein neues Wasserspiel an der Breslauer Straße. Dazu Quartiersgarten und intelligentes Regenwassersystem. Es wird zu 70 Prozent vom Bund als Klimaprojekt gefördert, die Stadt schießt gut 800.000 Euro zu.
"Die vielen Brachflächen sind stadtplanerische Versäumnisse, die wir nun aufarbeiten", sagt Stadtplaner Matthias Korntheuer (43).
Doch es geht nicht nur um Verschönerung. Die dunklen Ecken und unübersichtlichen Häuserschluchten erzeugten ein Unsicherheitsgefühl bei Anwohnern und Anrainern, zogen entsprechendes Klientel an, sagt auch er.
Mit durchgängiger Beleuchtung (womöglich dimmbar) und offenen Grünflächen wolle man Nachbarn und Dresdner anziehen, die die Parkzunge als "sozialen Anker" aktiv nutzen.
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Citywache kann am Wiener Platz schon Erfolge vorweisen
Um den anderen Teil dieser "Kriminalprävention" kümmert sich derzeit die Citywache um die Ecke.
Vor einem guten Jahr rief die Stadt sie als Konglomerat aus Verwaltung, Citymanagement und Polizei ins Leben. "Unsere Klientel heißt vor allem 'Untereinander'", sagt Hauptkommissar Karsten Jäger (39).
Fast alle Delikte am Wiener Platz stünden im Drogenzusammenhang. Man ist stolz, zumindest Konsumenten verdrängt zu haben. Um die Dealer kümmere man sich mit zunehmendem Erfolg.
Eine erste Auswertung des Pilotprojekts ist für Mai vorgesehen. Doch Stadtbezirksamtsleiter André Barth (59) wirbt schon jetzt für dessen Erhalt.
"Komplexe Probleme brauchen komplexe Lösungen. Wir sollten stolz darauf sein, diesen Weg zu gehen. Und dafür kämpfen, dass das Multiprofessionelle erhalten wird."
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, Thomas Türpe, RSP Freiraum GmbH

