Dresden - Dresden gewinnt jetzt Strom aus Sonne an einem besonderen Ort: Auf der früheren Mülldeponie an der Radeburger Straße (Hellerberge) eröffnete SachsenEnergie jetzt seinen größten Solarpark der Stadt.
Zu DDR-Zeiten wurden auf dem Areal Dresdens Restmüll und später teils auch Bioabfälle ausgekippt – zuvor war dort eine Sandgrube.
Nach Stilllegung der Deponie 2001 wurde eine Art Plane über den Müllberg gelegt und ungefähr 1,50 Meter Erde aufgeschüttet.
Auf dem Südhang ließ SachsenEnergie jetzt rund 4500 Solarplatten aufstellen mit einer Spitzenleistung von 2,05 Megawatt – laut Versorger genug grüner Strom für rund 1000 Haushalte mit einem Jahresstrombedarf von 2000 Kilowattstunden.
SachsenEnergie investierte rund 1,5 Millionen Euro in das Projekt. Es zeige, wie man die Energiewende auch in Großstädten, wo Platz meist rar ist, umsetzen könne, so Vorstand Axel Cunow (47) erfreut. Die sonst nur schwer nutzbaren Flächen leisteten jetzt einen sinnvollen Beitrag.
Standort könnte perspektivisch auch noch erweitert werden
Man spare im Vergleich zur fossilen Energieerzeugung nun rund 770 Tonnen Kohlendioxid ein, sagte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne).
"Im Schatten der Solarmodule entsteht zudem eine lebendige Wiese, die ein attraktiver Lebensraum für Zauneidechsen und Insekten sein wird." Ein Teil der Paneele ist halbtransparent, was ebenfalls den Tieren und Pflanzen dienen soll. Die Ergebnisse sollen über fünf Jahre überwacht und ausgewertet werden.
Der Standort könnte perspektivisch auch noch erweitert werden. Am Fuße des Hangs, wo die Stadtreinigung jetzt noch einen kleinen Umschlagplatz für den Transport von Restmüll an andere Standorte betreibt, könnte die Ring30-Müllverbrennungsanlage gebaut werden.
Diese könnte dann auch Wärme und Strom (ungefähr dreimal so viel wie auf dem Solarfeld) erzeugen. Zudem ist denkbar, das Solarfeld in einigen Jahren zu erweitern.